Wiener kehrte mit Coronavirus aus Salzkammergut zurück

In St. Wolfgang kam es laut Krisenstab des Landes OÖ zu einem neuen Corona-Ausbruch.
In St. Wolfgang kam es laut Krisenstab des Landes OÖ zu einem neuen Corona-Ausbruch.iStock
Der Urlauber aus Wien hatte sich in St. Wolfgang im Salzkammergut mit dem Coronavirus infiziert. Daheim folgte ein wirrer Spießrutenlauf.

Am Mittwoch begannen die Kopfschmerzen und Schwindelgefühle, die drei Tage lang anhielten. Erst am Freitag sei es ihm wieder besser gegangen, schildert ein Wiener gegenüber der "Kronen Zeitung". Dann der Schock: aus den Medien erfuhr der "Mann im besten Alter" von dem Corona-Ausbruch in St. Wolfgang im Salzkammergut – genau jener Ort, den er am Wochenende zuvor besucht hatte.

Corona-Test war positiv

Obwohl er nicht die typischen Symptome zeigte, fürchtete der Wiener, sich ebenfalls infiziert zu haben. Also wandte er sich, wie von der Regierung gebetsmühlenartig vorgepredigt, hilfesuchend an die Corona-Hotline 1450. Doch obwohl der Salzkammergut-Cluster zu diesem Zeitpunkt im ganzen Land bekannt war, riet die Telefonistin einfach nur, einen Hausarzt aufzusuchen.

"Das habe ich zum Glück nicht getan", schildert der besorgte Bürger der "Krone". Wegen seiner asymptomatischen Beschwerden hätte er sich einen Covid-19-Test privat organisieren und bezahlen müssen. Noch am Freitag sei aber der Arbeitgeber eingesprungen und habe die Testung veranlasst. Das Ergebnis: Corona-positiv.

Mann sollte in Quarantäne noch zum Postkastl

Umgehend habe sich der Wiener daheim selbst unter Quarantäne gestellt und das Wiener Gesundheitsamt informiert. Jenes Formular, in dem der Infizierte seine Personenkontakte der vergangenen Tage für das "Contact Tracing" eintragen sollte, bekam er erst am Samstag zugeschickt.

Der sogenannte Absonderungsbescheid, der die 14-tägige Quarantäne offiziell verhängt, ist bis heute nicht eingetrudelt. Der Isolierte klagt: "Der wäre eigentlich mit der Post gekommen. Aber wie soll ich zum Briefkasten, wenn ich die Wohnung nicht verlassen darf?" Erst auf Nachdruck hätten die Behörden eingewilligt, das Dokument doch noch elektronisch zuzustellen.

"Nehmen Sie Kopfwehtablette"

Dass bei den Behörden in puncto Bewältigung der Corona-Epidemie noch nicht alles rund zu laufen scheint, zeigt auch der Fall eines 66-jährigen Steirers. Auch Franz Kügerl hatte in St. Wolfgang geurlaubt und erst daheim von dem Virus-Ausbruch erfahren. Weil er trotz mehrerer Symptome kein Fieber hatte, wurde ihm von der Hotline 1450 mehrfach ein Corona-Test verwehrt – obwohl er sich direkt in dem Cluster aufgehalten hatte und zur Risikogruppe gehört.

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