Österreich

Wiener muss nach Morddrohung gegen Zadic in Anstalt

Jener Mann, der gegen Justizministerin Alma Zadic auf seiner Website hetzte, stand heute vor Gericht. Der 68-Jährige wird in eine Anstalt eingewiesen.

Christian Tomsits
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Justizministerin Alma Zadic erhielt Todesdrohung von Walter E.
Justizministerin Alma Zadic erhielt Todesdrohung von Walter E.
Sabine Hertel, picturedesk.com

Anfang September klickten für Walter E. die Handschellen, nachdem der pensionierte Diplomingenieur im Internet Todesdrohungen gegen Justizministerin Alma Zadic (Grüne) und die gesamte Bundesregierung abgesetzt hatte. Der 68-Jährige saß seitdem im grauen Haus in der Josefstadt ein, da für ihn eine Unterbringung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragt wurde, die sich auf ein älteres Verfahren wegen Verhetzung bezog. Walter E. betrieb seit etlichen Jahren eine hetzerische Website im Internet, die mit rassistischen und fremdenfeindlichen Inhalten auffiel.

"Zadic erlebt Geburt ihres Kindes nicht"

Dort schwadronierte er auch vom "Systemwechsel", prophezeite die Wiedererrichtung des Österreichischen Kaiserreichs und träumte von Todesurteilen, Hinrichtungen und Straflagern. Im Sommer 2020 forderte er dann das "Auslöschen" der Bundesregierung und drohte damit, dass die schwangere Justizministerin, die Geburt ihres Kindes "garantiert nicht mehr erleben" würde. Für die Staatsanwaltschaft war somit Gefahr im Verzug gegeben– die Beamten griffen den Pensionisten in seiner Wohnung auf.

"Ihre Taten sind gefährlich"

"Ich habe mich wohl verrannt", sagte der im Internet großspurige agierende Mann am Mittwoch recht kleinlaut vor Gericht. Gutachter Dr. Hofmann bescheinigte dem Pensionisten ein krankhaftes Wahngebilde, stufte ihn als zurechnungsunfähig ein, empfahl die Einweisung. "Sie sind krank, Ihre Taten sind gefährlich", stellte der Richter fest. Dem Unterbringungsantrag wurde daher Folge gegeben. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig, der 68-Jährige erbat sich Bedenkzeit. Diese hätte er sich wohl auch besser vor dem Veröffentlichen seiner hetzerischen Botschaften nehmen sollen.

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    Picturedesk, privat (Montage: "Heute")