Wiener nicht krank genug für Gemeindewohnung

Weil das ärztliche Attest nicht ausreicht, bekommt Werner H. keine geförderte Wohnung.
Weil das ärztliche Attest nicht ausreicht, bekommt Werner H. keine geförderte Wohnung.Symbolbild / Leserreporter
Seit Monaten versucht Werner H. (71) ein neues barrierefreies Zuhause zu finden. Doch für den Wiener gibt es trotz Schmerzen keine geförderte Wohnung.

Werner H. ist verzweifelt. Seit Monaten benötigt er dringend eine barrierefreie und geförderte Wohnung. Derzeit wohnt der Pensionist alleine in einem Altbau-Apartment in Rudolfsheim. Er leidet eigenen Angaben zufolge an schweren, chronischen Hüft-, Rücken- und Beinschmerzen. Um in seine Wohnung zu gelangen, die sich im Halbstock befindet, muss er insgesamt zwölf Treppen steigen. "Das bereitet mir immer große Schmerzen", erzählt der 71-Jährige im Talk mit "Heute".

Heizkosten zu hoch

"Die Nebenkosten in meiner Wohnung werden vor allem im Winter so hoch, dass ich sie mir als Bezieher einer Mindestpension bald nicht mehr leisten kann", so Werner H. im "Heute"-Gespräch. Er suchte bereits im Juli diesen Jahres um ein Wohnticket für eine geförderte Smartwohnung an. Seine Begründung: so könne er direkt mit dem Aufzug zur Wohnungstür gelangen und durch die moderne Bauweise auch gleich Energiekosten sparen. Einen Monat später bekam er allerdings eine Absage von Wiener Wohnen. "Eine Begründung gab es nicht", ärgert sich Werner H. gegenüber "Heute". 

Auch Wohnkommission half nichts

Danach reichte Werner H. seinen Fall bei der Wiener Wohnkommission ein. Es verging wieder ein Monat, bis die nächste unbegründete Absage kam. "Ich verstehe es nicht. Ich erfülle alle Bedingungen und wüsste einfach gerne wieso ich keinen Anspruch auf eine geförderte Wohnung bekomme", so der verzweifelte Mann.

Wiener Wohnen: "Ärztliches Attest reicht nicht aus"

"Heute"fragte bei Wiener Wohnen nach, um zu erfahren, warum der Pensionist keine passende Bleibe bekommen könne. "Nachdem es in seinem Haus einen Lift gibt und seine Gehbehinderung nicht ausreichend ausgeprägt ist, hat der 71-Jährige keinen Anspruch auf eine Gemeindewohnung". Das teilte ein Pressesprecher von Wiener Wohnen "Heute" im Talk mit. Der Wiener Rentner muss nun wohl selbst nach einem für ihn passenden Zuhause suchen.  

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