Wiener Oma bekommt ohne Internetzugang keine 3. Impfung

Die 80-Jährige wünscht sich mehr Aufklärung.
Die 80-Jährige wünscht sich mehr Aufklärung.Denise Auer
Eine 80-jährige Wienerin wollte sich letzten Donnerstag den dritten Corona-Stich holen. Dies stellte sich jedoch schwieriger heraus als gedacht. 

Ewig lange Wartezeiten am Telefon, keine Auskunft und großes Chaos: Eine Wiener Seniorin wollte am Donnerstag ihre heiß ersehnte dritte Corona-Impfung bekommen. Bald stellte die 80-Jährige allerdings fest: Ohne Internetzugriff wird das zu einer echten Herausforderung.

Keine adäquate telefonische Auskunft

"Ich wollte nicht, dass mein Sohn den Aufwand betreiben muss, mit mir zur Impfstraße zu gehen", erzählt die Seniorin im Gespräch mit "Heute". Die resolute Frau beschloss daher, sich die Mühe selbst zu machen und eine passende Impfstraße zu finden. Zuerst rief die Wienerin bei 1450, der allgemeinen Gesundheits-Hotline an. "Dort hat man mich 27 Minuten warten lassen. Anschließend bin ich einfach aus der Leitung geflogen", ärgert sich die Wiener Oma. 

Danach beschloss die 80-Jährige, beim Gesundheitsministerium selbst anzurufen. Auch dort ließ man sie 25 Minuten warten. "Der automatische Anrufbeantworter hat mir immer wieder verschiedene Internetseiten empfohlen. Aber wie soll ich Webseiten aufrufen, wenn ich keinen Internetzugriff habe?", so die 80-Jährige. Als sie schließlich jemanden bei der Auskunft des Gesundheitsministeriums erreichte, verwies man die Seniorin auf die 1450-Hotline. Dasselbe sagte man ihr auch im Telefongespräch mit der AGES – der Agentur für Gesundheit. 

Dritter Stich nur dank Sohn

Zwei Tage lang versuchte die Seniorin jemanden zu finden, der ihr Auskunft über die dritte Coronaimpfung geben könnte – leider erfolglos. Schließlich musste ihr dann doch der eigene Sohn helfen. "Er war sowieso auch am Weg zur zweiten Impfung und nahm mich daher einfach mit", erzählt die Wiener Oma. Am Sonntag erhielt sie im Einkaufszentrum "Huma 11" in Wien-Simmering endlich ihren heißersehnten dritten Stich. "Wir haben es sogar geschafft, da zu sein, bevor die Schlange zu lang wurde", freute sie sich im Talk mit "Heute"

Mehr Aufklärung für ältere Generationen

Nichtsdestotrotz ist die 80-Jährige sehr enttäuscht von der Corona-Aufklärung für ältere Menschen. "Es gibt einige Leute aus meiner Generation, die kein Internet verwenden. Ich möchte nicht wissen, wie viele die Impfung nicht bekommen können, weil sie mit dem bürokratischen Aufwand überfordert sind", ärgert sich die Seniorin im "Heute"-Talk. Die Wienerin wünscht sich nun von den Behörden, dass vor allem ältere Menschen besser informiert werden. Über ihr drittes Jaukerl kann sie sich trotzdem freuen, auch wenn die Organisation nicht ganz reibungslos abgelaufen ist. 

Telefonische Terminvereinbarung sollte über 1450 klappen

Auch wenn es für die 80-Jährige nicht funktioniert hat: 1450, die telefonische Gesundheitsberatung ist der richtige Ort zum Impftermin ausmachen, wenn man keinen Internetzugang hat. Das teilte eine Sprecherin des Wiener Gesundheitsdienstes "Heute" im Talk mit. Nachdem die Coronazahlen in Österreich wieder neue Rekorde brechen, sind dementsprechend auch die Leitungen der Gesundheitsnummer überlastet. Daher kommt es derzeit zu einigen Verzögerungen und langen Wartezeiten. Man könnte allerdings mittlerweile auch ohne Termin zur Impfstelle gehen, um sich das Jaukerl zu holen. 

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