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Mödlinger parkt bei Nachbarn, Inkasso pfändet Motorrad

Ein Mödlinger durfte sein Motorrad auf dem Parkplatz seines Nachbarn abstellen. Dieser steckt mitten in einem Rechtsstreit, das Bike wurde gepfändet.
Marlene Postl
16.02.2022, 18:35

Aus Platzmangel stellte der Mödlinger Thomas H. sein Motorrad bei seinen Nachbarn ab. Da das benachbarte Ehepaar nur einen Pkw hatte, ließen sie Thomas sein Bike freundlicherweise umsonst bei sich überwintern. Was das Paar allerdings hatte, waren jede Menge Schulden – Thomas' Yamaha XMAX 400 wurde ohne sein Wissen von deren Parkplatz gepfändet. 

5.000 Euro Motorrad trotz Kaufvertrag und Zulassung weg

Nun kämpft der Mödlinger darum, sein Eigentum zurückzubekommen. Er hat alles, um zu belegen, dass das Motorrad ihm gehört – einen Kaufvertrag und und die Zulassung mit Thomas' Namen. Auf dem Bezirksgericht informierte man den Mödlinger, er müsse seine Eigentümerschaft nicht beim Gericht, sondern direkt beim Gläubiger glaubhaft machen. 

Bereits drei eingeschriebene Briefe sendete er an unterschiedliche Adressen des Gläubigers. Er stößt jedoch auf taube Ohren. "Bis jetzt ist mein Roller laut dem Bezirksgericht Mödling nach wie vor in der Pfändung. Ich fürchte, dass er bald versteigert wird und ich ihn dann nie wieder sehe", sorgt sich Thomas.

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Klage als letzter Ausweg

Als letzten Ausweg bliebe Thomas nur eine Klage. Weil seine Rechtsschutzversicherung nicht zahlt, ist ihm das Risiko, auf Gerichtskosten sitzen zu bleiben, allerdings zu hoch. "Der Gläubiger lässt sich in der Sache nicht von einem Rechtsanwalt vertreten. Dieser müsste ihm meinen Brief nämlich übermitteln. So habe ich keinen Weg, zu ihm durchzudringen. Ich bin einfach nur ratlos und völlig schockiert, dass es in Österreich passieren kann, dass das Eigentum einer Person völlig unrechtmäßig plötzlich einfach weg ist."

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