Die FPÖ startete in die neue Woche mit einer neuen Plakatkampagne. Das seit Jahren regelmäßig zur weltweit lebenswertesten Stadt auserkorene Wien sei von Kriminalität und Unruhen geprägt. "Räuber Rathausplatz" aka Bürgermeister Michael Ludwig ziehe den Leuten das Geld aus der Tasche, steht auf einem anderen Plakat geschrieben. Mit der FPÖ hingegen werde Wien zur "Abschiebehauptstadt".
Neue FP-Plakate: Wien soll "Abschiebehauptstadt" werden >>
Schon in den ersten Minuten der entsprechenden Pressekonferenz wurden von Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp Migranten dafür verantwortlich gemacht, "dass Wien immer unsicherer wird, dass in Wien auch immer mehr Unruheherde existieren, richtige No-Go-Areas". Selbst die Polizei sage hinter vorgehaltener Hand, "dass sich die Polizisten dort gar nicht mehr hineintrauen in gewisse Viertel", weil sie dort nicht mehr durchgreifen könnten.
Ein schwerer Vorwurf des totalen Versagens gegenüber der Polizei, den diese nicht auf sich sitzen lassen möchte. "Wir sehen es kritisch, wenn mit uns und unseren Kolleg*innen Wahlkampf betrieben wird", stellt die Wiener Landespolizeidirektion auf Twitter klar und hält fest: "Nein, in Wien gibt es keine No-go-Areas und schon gar keine Viertel, in die sich unsere Kolleg*innen nicht hineintrauen."
Gleich mehrmals wurde diese Zurechtweisung von den Social-Media-Verantwortlichen gepostet. "Viel mehr wollen wir auf diese 'Pressekonferenz' auch nicht eingehen", heißt es abschließend. Die Anführungszeichen beim "Pressekonferenz" sprechen Bände.
Wohl auch deswegen klinkte sich Nepp höchstpersönlich wenige Minuten später in die Diskussion ein. "Dann sollten Sie mal mit den Kollegen und Kolleginnen reden. Unterbesetzung, kein Rückhalt von der Polizeiführung und wenn was passiert wie in Favoriten, kann man nur mehr tatenlos zuschauen", erneuert er seine Vorwürfe gegenüber der Wiener Polizei.
Diese reagiert fast schon genervt. "Schauen Sie, bleiben wir beim Thema, es gibt in Wien keine Viertel, in die wir uns nicht hineintrauen." Bei der Personalsituation habe man eine Offensive gestartet, fehlender Rückhalt könne nur ein subjektives Empfinden sein. Und beim angesprochenen Fall in Favoriten wurde der Verdächtige umgehend festgenommen.