Wien

Wiener Polizeichef zu Demos: "Gelungener Einsatz"

Nach den Corona-Demonstrationen am Samstag äußert sich die Wiener Polizei erstmals zu Vorwürfen.

Jochen Dobnik
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Tausende Teilnehmer bei einer Corona-Demo in Wien. Archivbild.
Tausende Teilnehmer bei einer Corona-Demo in Wien. Archivbild.
GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com

Dutzende Demo-Chaoten sorgten am Samstag in Wien für einen Ausnahmezustand. Die Bilanz: Mehr als 3.000 Anzeigen, 42 Festnahmen und vier verletzte Polizisten. Dennoch lautet das Fazit von Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl: "Ein gelungener Einsatz".

Über 4.000 Anzeigen

"Wir haben mit 20.000 Teilnehmern gerechnet, dementsprechend war auch der Einsatz darauf ausgerichtet, dass wir eine Eskalation vermeiden und gegen die Menschen vorgehen, die bewusst gegen die Corona-Regeln verstoßen", erklärt der Landespolizeipräsident bei einer Pressekonferenz. Die Beamten seien "sehr konsequent eingeschritten und allen Missständen entgegengetreten".

Nachdem der Veranstalter die Kundgebung bei der Jesuitenwiese im Prater gegen 17 Uhr für beendet erklärt hatte, strömte ein Großteil der rund 20.000 Teilnehmer ab, wobei sich eine größere Gruppe Richtung Schüttelstraße in Bewegung setzte und schließlich im Bereich Obere Donaustraße / Untere Augartenstraße durch die Polizei angehalten wurde. "Der Einsatz war sehr, sehr schwierig, da viel Druck und Gewalt der Demo-Teilnehmer ausgeübt wurde", berichtet Chefeinsatzplanerin Xenia Zauner.

Eine größere Zahl an Demonstrationsteilnehmern drang gegen 20 Uhr gewaltsam in die Tiefgarage eines nahegelegenen Versicherungsgebäudes ein, "in der Absicht, sich der Polizei zu entziehen", so Pürstl. Dabei wurde ein Sicherheitsmitarbeiter des Gebäudes schwer am Bein verletzt. Bei der Durchsuchung der Tiefgarage konnten 22 Personen - vier aus Wien, 17 aus den Bundesländern, eine aus Deutschland - angetroffen und wegen des Verdachts diverser strafrechtlicher Delikte festgenommen werden. 

Auch Rechtsextreme unter den Demonstranten

Das Ziel der Polizei war es, einerseits durch konsequentes Einschreiten Übertretungen nach der COVID-19-Schutmaßnahmenverordnung sowie nach dem Versammlungsgesetz in Form von Anzeigen zu ahnden und andererseits die Demonstrationsmärsche in geordneter Weise aus der Innenstadt zu geleiten.

Die vorläufige Bilanz zum Demonstrationsgeschehen

➤ 549 Identitätsfeststellungen

➤ 42 Festnahmen, 11 wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, 22 wegen Hausfriedensbruchs

➤ über 3.000 bis 4.000 verwaltungsrechtliche Anzeigen - "Pro Person ist mit einigen 100 Euro Strafe zu rechnen", so Pürstl.

➤ 60 strafrechtliche Anzeigen

➤ 2 Festnahmen wegen Übertretung des Verbotsgesetzes

Bei einigen Teilnehmern wurden Messer vorgefunden und sichergestellt. 

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