"Man hörte es klatschen"

Wiener Polizist verpasst 16-Jähriger eine Ohrfeige

Heftige Vorwürfe gegen einen jungen Polizisten aus Wien. Er soll bei einem nächtlichen Hilfseinsatz eine betrunkene Jugendliche abgewatscht haben.
Christian Tomsits
26.05.2026, 15:03
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"Auch Polizisten sind nur Menschen und machen Fehler", leitete der Staatsanwalt am Dienstag am Wiener Landl eine Amtsmissbrauchsverhandlung gegen einen jungen Beamten ein.

Was sich am 2. August des Vorjahres um 3 Uhr früh auf einem Firmenareal bei der U6-Endstation Siebenhirten (Wien-Liesing) abgespielt haben soll, ginge dann doch aber entschieden zu weit.

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Laut dem Staatsanwalt, der selbst Lehrveranstaltungen zur Sensibilisierung für Polizeischüler abhält, soll ein Beamter eine betrunkene 16-Jährige, die in der U-Bahn eingeschlafen war und vor den Sanitätern weglief, mit mehreren Ohrfeigen diszipliniert und gegen die Wand gestellt haben.

Schon bei der Ankunft sei er aggressiv gewesen, habe der jungen Frau, die sich unter einer Ladefläche versteckt hatte, mit der Taschenlampe mitten ins Gesicht geleuchtet und geschrien: "Komm, schleich' dich da raus." Danach wollte er ihren Ausweis sehen, sei sofort handgreiflich geworden. Das Protokoll sollte danach laut seinen Kollegen so niedergeschrieben worden sein, "dass es passt", hieß es.

"Sie hat mich durchgehend beschimpft und wild um sich gefuchtelt. Ich habe sie vielleicht mit einer Abwehrbewegung von unten nach oben zwischen Kinn und Wange getroffen", rechtfertigte sich der Polizist zuerst und bekannte sich "nicht schuldig". In der "dynamischen Amtshandlung" sei auch er "etwas lauter" geworden, gestand er ein. "Ich wollte nur das Beste für sie", erklärte der Mann, der ohne Uniform und mit Hemd und Krawatte vor der Richterin vorsprach.

"Ich war schon bisschen bockig, weil sie haben mir die Tasche weggenommen", erklärte die Jugendliche, die in einem Krisenzentrum untergebracht ist, im Zeugenstand. "Ich hab vielleicht seine Mutter beleidigt oder 'Halt die Fresse' gesagt, daraufhin hat er mir die Watsche gegeben", erklärte das Mädchen weiter. Dafür bekam sie vom Beamten mehrfache Verwaltungsstrafen aufgebrummt. Dennoch sagte sie säuselnd "Sorry" für ihr "ungebührliches Verhalten".

Nach der Watschen habe sie jedoch geheult. "Aber die Beamten haben das einfach ignoriert." Zwei Sanitäter, die den ganzen Einsatz aus nächster Nähe beobachtet hatten, erstatteten daraufhin Anzeige und legten sich auch als Zeugen fest. "Es waren mehrere Ohrfeigen. Man hörte es richtig klatschen."

Beamter muss 5.000 Euro zahlen

Kurz darauf beriet sich der Beamte nochmals mit seinem Verteidiger – und gab alles zu. Er kam daraufhin mit einer Diversion davon und muss nun 5.000 Euro Buße zahlen. Das Verfahren wurde dadurch (vorläufig) eingestellt.

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