Brutale Szenen in Graz

"Sie zündeten mir Haare an" – 14-Jährige gequält

Sechs Mädchen folterten den Teenager mit Schlägen und einer Eisenstange. Andere filmten die grausamen Szenen in dem verlassenen Haus.
Österreich Heute
08.05.2026, 10:52
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Die Schilderungen der 14-Jährigen vor Gericht erschüttern. Die Jugendliche wurde in einem verlassenen Haus in Graz von gleichaltrigen Mädchen in einen Hinterhalt gelockt, brutal verprügelt und gedemütigt. Jetzt standen sechs junge Frauen vor Gericht.

"Ich habe ein Trauma und Depressionen, kann nicht schlafen. Ich bin noch immer in psychiatrischer Behandlung", schilderte das Opfer vor Gericht die Folgen der Gewalt – das berichtet die Kleine Zeitung.

Die damals 14-jährige Bulgarin erinnert sich an die grausamen Minuten: "Ich wurde getreten, spürte überall am Körper Fäuste. Sie haben mich mit einer Eisenstange geschlagen."

Teenager blockierten den einzigen Fluchtweg

Flüchten konnte sie nicht. "Die anderen haben den Ausgang blockiert. Und hätte ich es versucht, wäre es sicher noch schlimmer für mich geworden ...", sagte die Jugendliche vor Richterin Andrea Schwinger-Wagner.

Laut Anklage galten zwei Mädchen als Haupttäterinnen. Die anderen filmten die Szenen mit ihren Handys. Eingreifen wollte offenbar niemand. Eine Angeklagte erklärte laut Kleine Zeitung vor Gericht: "Wir waren zu sehr auf das Filmen mit dem Handy konzentriert."

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Die Videos des Übergriffs wurden im Prozess gezeigt. Darauf zu sehen: massive Gewalt gegen die wehrlose Jugendliche. Trotz Hilfeschreien prügelten die Täterinnen weiter auf das Opfer ein.

"Sie haben mir auch die Haare angezündet. Ich musste mich ausziehen. Sie zündeten dann meine Jacke an. Dann hielten sie mir eine Glasscherbe hin, ich dachte, sie stechen mich ab", schilderte die Bulgarin.

Nach der Attacke schleppte sich die Jugendliche nach Hause. Zunächst wollte sie alles verschweigen. "Doch meine Mutter hat das Blut und die blauen Flecken an mir bemerkt, also musste ich ins Krankenhaus."

"Keine hat sich entschuldigt"

Die Gewaltspirale drehte sich danach weiter. Die gequälte Jugendliche forderte später von einer Täterin eine Entschuldigung. Als diese ausblieb, stach sie der Schülerin mit einem Messer in den Rücken. Dafür wurde die Bulgarin bereits 2024 zu 18 Monaten unbedingter Haft verurteilt.

Im aktuellen Prozess richtete der Opferanwalt schwere Vorwürfe an die Angeklagten: "Mehr als zwei Jahre sind seit der Tat vergangen. Keine von ihnen hat sich bisher für das Geschehene entschuldigt."

Auch belastende Spuren sollen beseitigt worden sein. Laut Prozess wurden die Eisenstange und die Unterwäsche des Opfers in die Mur geworfen.

Am Ende sprach das Gericht harte Strafen aus: Die beiden Haupttäterinnen erhielten jeweils 18 Monate Haft, davon sechs unbedingt. Die vier weiteren Angeklagten bekamen bedingte Haftstrafen zwischen neun und zwölf Monaten sowie Geldstrafen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

{title && {title} } red, {title && {title} } 08.05.2026, 10:52
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