Wenn ein Kind plötzlich verschwindet, beginnt für Eltern ein Albtraum. Die Hotline 116000 für vermisste Kinder wurde in Österreich im Jahr 2025 bereits in 141 Fällen kontaktiert. Das entspricht laut Rat auf Draht einem Anstieg von 22,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das gibt das Unternehmen anlässlich des internationalen Tages der vermissten Kinder am 25. Mai bekannt.
Anlässlich des internationalen Tages der vermissten Kinder am 25. Mai macht die Organisation auf die steigende Zahl aufmerksam. "Beim Großteil dieser Gespräche geht es um Jugendliche, die von Zuhause weggelaufen sind", erklärt Birgit Satke, Leiterin des Beratungsteams von Rat auf Draht. "Neben emotionalem Beistand, den wir in dieser schwierigen Situation zu geben versuchen, geht es den meisten Eltern um konkrete Hilfestellungen, die zu einem schnellen Wiederfinden ihres Kindes führen."
Oft würden familiäre Konflikte hinter dem Verschwinden stecken. "Ein sehr häufiger Grund ist, dass die Eltern das Übernachten beim Freund oder der Freundin verbieten. Es löst bei den Eltern ein großes Ohnmachtsgefühl aus, wenn sich Kinder nicht an Vereinbarungen halten", so Satke.
Auch Jugendliche selbst melden sich bei der Hotline. Sie berichten laut Rat auf Draht neben familiären Konflikten auch von emotionaler, körperlicher oder sexueller Gewalt als Grund für das Weglaufen.
"Wir machen Jugendliche darauf aufmerksam, dass es gefährlich sein kann, auf der Straße zu übernachten, etwa wegen möglicher Übergriffe und dass es wichtig ist, sich Unterstützung zu suchen, wenn man es bei den Eltern nicht aushält", erklärt Satke.
Die Hotline wird in Österreich von Rat auf Draht betrieben und ist rund um die Uhr kostenlos und anonym erreichbar. Neben Ausreißern geht es dabei auch um Kindesentführungen ins Ausland. Unterstützt wird das Angebot vom Innenministerium und dem Bundeskanzleramt.