Enkelin zeigt Busfahrer an

Wiener stirbt nach schwerem Sturz aus Fahrtendienst

Ein 83-jähriger Dialyse-Patient brach sich bei einem Sturz aus einem Minibus mehrere Rippen. Zehn Tage später war er tot. Jetzt wird ermittelt.
Christian Tomsits
26.05.2026, 05:30
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Der tragische Tod eines Wieners (83) nach einem Sturz aus einem Dialyse-Transport wird jetzt zum Fall für die Justiz. Der dialysepflichtige Pensionist war am 28. April beim Aussteigen aus seinem Fahrtendienst gestürzt – jener Transport brachte ihn dreimal pro Woche von Wien-Liesing in ein Nierenzentrum in der Donaustadt. Wenige Tage später starb der Mann im Spital.

Beim Aussteigen blieb der 83-Jährige mit dem Fuß hängen und brach sich mehrere Rippen. "Daraufhin entwickelte er eine tödliche Lungenentzündung", schildert seine Enkeltochter Bianca S. (35) im Gespräch mit "Heute". Sie trauert um ihren geliebten Opa, der "wie ein Vater" für sie gewesen sei und erstattete nun eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.

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Top-Jurist Mathias Burger hilft der Hinterblieben nun im möglichen Strafverfahren gegen den Busfahrer.
Sabine Hertel

Der Fall wird derzeit überprüft. Anwalt Mathias Burger unterstützt die 35-Jährige, die über Monate hinweg Vorfälle, bei denen der zugeteilte Stammfahrer ihren Opa "schlecht" oder sogar "menschenunwürdig" behandelt habe, dokumentierte.

Dennoch blieben all ihre Beschwerden folgenlos. "Obwohl er schwerkrank war, wurde er oft stundenlang spazieren gefahren, um andere Patienten aus anderen Bezirken zu holen." Manchmal sei ihr Opa zu spät abgeholt worden, ein anderes Mal habe man ihn nicht direkt nach Hause gebracht, sondern hundert Meter entfernt aussteigen lassen. Der schwerwiegendste Vorwurf: Der Fahrer habe den Patienten oft straßenseitig und manchmal sogar alleine aussteigen lassen – so auch am Tag des Sturzes.

Das Unternehmen zeigt sich über den Todesfall betroffen, weist die Vorwürfe aber entschieden zurück. Man wolle laufenden Ermittlungen nicht vorgreifen und kooperiere mit den Behörden. Zur Darstellung des Vorfalls heißt es: "Der Fahrer hat gerade den Rollator des Patienten geholt, als dieser selbstständig und entgegen der Anweisung des Fahrers aussteigen wollte." Zudem habe sich der Patient vor und auch nach dem Vorfall nie selbst über den Fahrer beschwert.

"Aus Angst, nicht noch schlechter behandelt zu werden", so die Enkelin, die nun die Beerdigung organisieren muss. Sie fordert: "So ein Mensch sollte nicht mehr auf Kranke losgelassen werden." Besonders bitter: Laut einem E-Mail der Firma kurz nach dem Sturz sei der Fall intern mit dem Fahrer aufgearbeitet worden, dem Wunsch der Enkelin entsprechend sollte er den Großvater zukünftig auch nicht mehr transportieren – doch da war es bereits spät. Für den Fahrer gilt die Unschuldsvermutung.

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