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Wiener Reparaturshop zerstört Handy, gibt Kunden Schuld

Ein Wiener ließ sein Handy reparieren, weil das Display nicht funktionierte. Plötzlich änderte sich die Beschreibung des Schadens am Reparaturschein.
Marlene Postl
06.02.2022, 12:14

Im Juni 2021 kaufte sich der Wiener Harald S. ein nagelneues Samsung A72 in einem Handyshop in seiner Nachbarschaft in Wien-Meidling. Doch bereits vier Monate später, Anfang Oktober, gab das Handy den Geist auf. Für Harald erschien es logisch, das Telefon dort reparieren zu lassen, wo er es gekauft hat – eine Entscheidung, die er später bereuen sollte. 

"Mitarbeiter änderte Auftragsschein nachträglich"

Beim Einreichen seines Handys lief alles korrekt ab, die Reparatur dauerte allerdings viel länger als gedacht. Nach vier Monaten wartete der Wiener noch immer vergeblich, er wurde vom Shop nur abgewimmelt. Schließlich machte er eine ärgerliche Entdeckung: Auf dem Reparaturschein zu seinem Fall wurde scheinbar nachträglich eine Änderung vorgenommen. Wo zuerst beim optischen Zustand noch "neuwertig" stand, hatte später jemand auf "Displaybruch" ausgebessert. 

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"Ich gehe davon aus, dass einem Mitarbeiter das Handy hinuntergefallen ist und er den Auftragsschein nachträglich gefälscht hat. Ich habe mich bei der Kundenhotline des Anbieters beschwert, dort sagte man mir, ein Displaybruch sei kein Garantiefall. Dabei habe ich das Display nicht kaputt gemacht", zeigt sich Harald empört. 

Billigeres Handy-Modell als Entschädigung angeboten

Er versuchte, den Fall direkt mit dem Betreiber des Shops zu klären. Dieser antwortete ihm via WhatsApp, der betroffene Mitarbeiter sei bereits entlassen und man könne nicht mehr nachvollziehen, was wirklich passiert sei (Chat-Nachrichten liegen "Heute" vor). Man bot Harald eine magere Entschädigung an, er zeigte nicht zufrieden: "Mein Handy war das Modell A72, das soll laut dem Shop momentan nicht geliefert werden können. Man bot mir ein bedeutend günstigeres Modell an. Auch will man mir nur drei Monate Vertragsgebühr erlassen, obwohl ich mein Handy vier Monate lang nicht nutzen kann!"

Der Wiener sah keinen anderen Ausweg, als ein Schlichtungsverfahren bei der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) einzuleiten. Auf "Heute"-Anfrage hieß es von Seiten des Telekommunikationsunternehmens, man sei um eine kundenfreundliche Lösung bemüht, müsse aber das Verfahren erst abwarten.