Toxische Teenagerliebe brachte am Donnerstag einen ehemaligen Grundwehrdiener (21) bereits zum zweiten Mal binnen zwei Jahren vor Gericht, seine (Ex-)Freundin (19) war zum zweiten Mal Opfer. Der eifersüchtige Mechatroniker-Lehrling soll sie bedroht, bedrängt, gestalked und ihr mit einem verstörenden Handyvideo einen gehörigen Schrecken eingejagt haben.
Weil sie ihn verlassen habe, inszenierte er im Jahr 2024 die Hinrichtung des gemeinsamen Zwegkaninchens Leyla. Er schmierte dafür das niedliche Tier mit Ketchup ein, filmte sich mit einem Messer wie er so tat, als hätte er das flauschige Tier gerade geschlachtet, um es später aufzuessen.
Beim ersten Prozess kam der Bursch – er gelobte Besserung – mit einer Diversion davon. Doch nun gab es neue Vorfälle, diesmal wurde das Ganze per Gerichtsverhandlung aufgerollt. Denn: Trotz Kontaktverbots soll der 21-Jährige Anfang Mai minutenlang gegen ihre Wohnungstüre geklopft haben, rastete aus. "Er hat geschrien, er bringt mich um und sticht mich ab und hat mir eine Watsche gegeben. Das Ganze habe ich mit dem Handy aufgenommen", schilderte die junge Frau.
Außerdem habe ihr der Angeklagte gedroht: "Wallah, ich schlag’ dich kaputt. Und wenn du zur Polizei gehst, bringe ich dich um." Seine Verteidigerin Iris Augendoppler brachte vor, dass auch das Mädchen nach der einstweiligen Verfügung ihren Mandanten von sich aus kontaktiert habe und Treffen vorschlug. "Ja, das stimmt. Irgendwie mochte ich ihn ja auch, er hatte ja auch eine gute Seite", säuselte sie.
Warum sie ihn nach all den Vorfällen erneut traf? "Vielleicht aus Langeweile." Auf die Frage des Richters, warum er den Kontakt nicht zu ihr einfach abgebrochen habe, antwortete der 21-Jährige leise: "Weil ich sie liebe."
Doch Liebe schützt vor Strafe nicht – wegen gefährlicher Drohung und Nötigung wurde er zu insgesamt vier Monaten bedingter Haft verurteilt, muss weiter zur Männerberatung gehen. Vom Vorwurf der beharrlichen Verfolgung wurde der 21-Jährige freigesprochen – rechtskräftig. "Es ist eine hochkomplizierte Beziehung gewesen. Aber Drohungen und Nötigungen gehen halt einfach nicht", richtete ihm der Richter aus und gab ihm einen Rat. "Beenden Sie die Beziehung ein für alle Mal – denn das wird zu Nichts führen."