Der 30-jährige Halil D. muss jetzt wohl sparen. Der Wiener arbeitet in Simmering als Busfahrer und Sekretär und besuchte mit seinem Firmenauto regelmäßig ein Fast-Food-Restaurant auf der Kaiser-Ebersdorfer-Straße. Er stellte seinen Wagen vor dem Lokal ab, holte sich etwas zu essen und bummelte in der Gegend herum. Was der junge Vater jedoch nicht wusste: Auf dem Parkplatz vor dem Lokal darf man selbst als Kunde maximal eineinhalb Stunden lang parken. Diese Zeit überschritt er gleich mehrere Male.
Vergangenen Donnerstag überraschten den 30-Jährigen gleich sieben Briefe. Bei denen handelte es sich um Geldstrafen von je 70 Euro. Insgesamt 490 Euro muss der Wiener Busfahrer der digitalen Parkaufsichtsfirma, die das Fast Food-Restaurant vertritt, zahlen. Der Grund für die Bußen: Sein Fahrzeug war länger als erlaubt auf dem Parkplatz abgestellt. "Ich bin zur Zeit der Alleinverdiener im Haushalt. Meine Frau ist mit meinem eineinhalb Jahre alten Kind in Karenz. Ich kann mir diese Strafe einfach nicht leisten", so der verzweifelte Halil im Gespräch mit "Heute".
Auch warum die sieben Strafen alle auf einmal ins Haus geflattert sind, kann der Familienvater nicht nachvollziehen. "Wenn sie mir eine Strafe geschickt hätten, wäre das kein Problem. Dann hätte ich die gezahlt und den Parkplatz anschließend gemieden", erzählt der Wiener. Er bat das Unternehmen darum, die Strafe aus Kulanz zu senken, allerdings erfolglos.
"Heute" fragte bei der Parkaufsichtsfirma "Parkdepot" an, um zu erfahren, was es mit dem beschriebenen Vorgehen auf sich hat. Auf Verständnis stößt Halil im Unternehmen jedenfalls nicht. "Die Schilder sind deutlich sichtbar ausgehängt und mühelos lesbar. Neben dem Aushang an der Einfahrt zum Parkplatz finden Sie darüber hinaus weitere Hinweisschilder auf der Parkfläche, aus denen sich die Höchstparkdauer ergibt", teilte eine Pressesprecherin "Heute" mit.
Nichtsdestotrotz schaut sich die Firma Halils sieben Bußen nochmal an und erwägt nun, dem jungen Vater eine Ratenzahlung zu offerieren. Ob eine Möglichkeit auf Kulanz besteht, wird ebenfalls geprüft. Eines ist jedoch klar: Nochmal wird der 30-Jährige seinen Wagen auf dem Parkplatz nicht mehr abstellen.