Wiener verpasst Flug aus Kabul nach Pfeffersprayattacke

Anstatt gerettet zu werden, bekam ein Wahl-Wiener eine Ladung Pfefferspray ab.
Anstatt gerettet zu werden, bekam ein Wahl-Wiener eine Ladung Pfefferspray ab.privat
Eigentlich sollte er evakuiert werden, am Flughafen in Kabul wurde ein Wahl-Wiener aber attackiert. Der Rettungs-Flieger hob ohne ihn ab. 

Seit der Machtübernahme der Taliban in Kabul herrscht in der Hauptstadt Afghanistans Chaos. Tausende versuchen verzweifelt das Land zu verlassen, doch nur wenigen gelingt die Flucht. Ein "Heute"-Leser berichtet vom enormen Chaos am Flughafen: "Es sind gefühlt Hunderttausende Menschen hier. Es herrscht Panik." Das US-Außenministerium berichtet, es warten rund 6.000 Menschen darauf, ausreisen zu können – diese Zahl beinhaltet allerdings nur jene, die laut USA alle Voraussetzungen erfüllen. Den Wunsch, Afghanistan zu verlassen, hegen weitaus mehr Menschen. 

"Amerikaner attackierten mich mit Pfefferspray"

Laut Augenzeugen vor Ort feuerten die Taliban Schüsse auf Zivilisten ab. "Heute"-Leser Latif wurde mit Pfefferspray attackiert, als er versuchte, seinen Evakuierungsflug zu borden. "Ich habe es nicht in den Flughafen hinein geschafft. Das  Personal der Amerikaner hat mich mit Pfefferspray attackiert. Ich musste wieder gehen, der Flieger hob ohne mich ab. Von den 50 Menschen, die auf Rettung warten, haben es nur zwei geschafft, mitgenommen zu werden", berichtet der Wahl-Wiener. Er hatte rund acht Stunden gewartet, um Eintritt zum Flughafen zu bekommen, nur um sich dann wieder in der Wohnung in Kabul vor den Taliban verstecken zu müssen. 

Flieger hob ohne Wahl-Wiener ab

Latif fürchtet um sein Leben. Seine Situation ist kaum vorstellbar für jene, die sie nicht miterleben müssen: Der 28-Jährige besuchte seine Familie in Kabul, als die Stadt innerhalb weniger Stunden überraschend eingenommen wurde. Der Wahl-Wiener wartet auf Rettung, am Mittwoch bekam er laut eigenen Angaben einen Anruf von der Österreichischen Vertretung in Islamabad mit einer Hoffnungsbotschaft. Am Flughafen musste der junge Mann aber zusehen, wie der angekündigte Evakuierungs-Flieger ohne ihn abhob. 

Außenministerium: "Luftbrücke bleibt offen"

Gegenüber "Heute" berichtet eine Sprecherin des Außenministeriums, nicht alle Hoffnung sei verloren, man lasse niemanden in Kabul im Stich: "Es werden laufend Flüge durchgeführt, auf denen unsere Partner uns Plätze für Österreicher zusichern. Die Betroffenen werden dann informiert. Das größte Hindernis ist leider der Weg zum Flughafen und die Sicherheitskontrolle dort. Die Betroffenen müssen von den Amerikanern durchgelassen werden, für Afghanische Staatsbürger ist dies leider eine besondere Herausforderung. Wer es nicht schafft, muss es weiter versuchen. Es gibt keine Alternative."

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