Anfang der Woche wunderte sich "Heute"-Leser Alex* (Name von der Redaktion geändert) beim Betreten des Kellers in seinem Gemeindebau in der Altmannsdorfer Straße. Statt Fahrräder und anderer Gegenstände fand der Wiener nämlich leere Räumlichkeiten vor. Der Grund? Unzählige Dinge standen rechtswidrig in den Abstellräumen – nun platzte Wiener Wohnen der Kragen, man räumte in einer Blitz-Aktion den gesamten Gemeindebau-Komplex auf.
Bei Gemeindebau-Bewohner Alex löst die Nacht-und-Nebel-Aktion großes Unverständnis aus: "Erstens gab es in den Abstellräumen kein Hindernis, zweitens stehen im Keller seit Jahren Betonblöcke, die als Fahrradständer dienen. Darüber hinaus gab es kein Hinweisschild, wieso also diese Blitz-Aktion?!"
Doch wieso eskalierte die Situation um die Liesinger Gemeindebau-Keller? Auf Anfrage von "Heute" stellte Wiener Wohnen klar, dass die Sicherheit und vor allem Brandschutzmaßnahmen wichtiger seien als Sperrmüll und Fahrräder. Die Räumung sei zwar unangekündigt gewesen – ganze 63 Mahnungen hätten zuvor aber keine Früchte getragen:
„In der Anlage sind seit dem 1. Jänner 2023 insgesamt 32 Sperrmüllmeldungen seitens der Ordnungsberatung eingegangen. Es gab 63 Abmahnungen, die letztendlich zu 38 Entrümpelungen führten."“
"Durch Entrümpelungen, Organmandate und Mahnungen sowie Müll-Quadraten werden Mieter dazu angehalten, sich an die Hausordnung zu halten", heißt es seitens der Pressestelle von Wiener Wohnen. Die Entrümpelung kommt den Bewohnern nun teuer, denn: Die Entrümpelungskosten teilt Wiener Wohnen als Betriebskosten auf – an 1.186 Mietparteien, wobei die Betriebskosten gesetzlich pro Quadratmeter Nutzfläche berechnet werden.
Pikant: Für jeden weggeworfenen Gegenstand werden 30 Euro verrechnet. Leser Alex ist sich sicher: "Einige Anrainer werden blöd schauen, wenn sie aus dem Urlaub kommen!"