Wienerin (57) bekam 95 €: "Ich könnte nur noch weinen"

Judith Weber ist verzweifelt - sie erhielt nicht mal 100 Euro.
Judith Weber ist verzweifelt - sie erhielt nicht mal 100 Euro.privat
Mindestpensionistin Judith Weber (57) aus Wien ist verzagt: Sie erhielt jetzt die Einmalzahlung, nicht einmal 100 Euro - "Ich könnte nur weinen."

Stolz hatte die Bundesregierung die Einmalzahlungen verkündet, auch Pensionisten würden mit einer außergewöhnlichen Einmalzahlung unterstützt werden. Doch Mindestrentnerin Judith Weber (57) aus Wien-Simmering erhielt mit der Septemberpension gerade mal 95,44 Euro und schwankt zwischen Wut und Verzweiflung.

"Zehn Stunden herumtelefoniert"

"Man freut sich auf ein wenig Entlastung und bekommt dann nicht mal 100 Euro. Ich habe diese Woche an zwei Tagen jeweils rund fünf Stunden herumtelefoniert, in Summe sicherlich zehn Stunden. Ich rief bei der BVA, beim Finanzamt, beim Sozialamt, beim Sozialministerium an und wollte einfach wissen, warum ich sowenig ausbezahlt bekam. Keiner konnte oder wollte mir eine Antwort geben - es war unterirdisch", so die Simmeringerin.

Die 57-Jährige hat bis zu ihrem 39. Lebensjahr in der Gastronomie schwer und viel gearbeitet, dabei stets gut verdient und erkrankte dann indes schwer und musste in Frühpension. "Ich büßte massiv an Sehstärke ein, habe einen Tunnelblick und ständige, massive Schmerzen. An manchen Tagen muss mir wer vom Klo aufhelfen. Ich kann alleine fast gar nichts mehr machen", so die Wienerin, die Geld für die Pflegestufe 3 erhält.

672 Euro Pension

In Summe bekommt Judith Weber 672,14 Euro Pension, mit Ausgleichszulage und Sozialversicherungsabzug knapp 980 Euro. "Mit dem Pflegegeld in der Höhe von 475 Euro komme ich auf gute 1.450 Euro", erklärt die Wienerin im Gespräch mit "Heute".

Nur neben den Fixkosten wie Miete, Energie, Telefon, Internet, Verkehrsmittel muss sie auch viel für Medikamente, Verbände, Medizin und Hilfe zahlen. "Ich bin soviel auf fremde Hilfe angewiesen, ich muss ja diesen Menschen auch stets eine Kleinigkeit stecken", erklärt Judith Weber. Die Teuerungen treiben der Wienerin natürlich zusätzliche Sorgenfalten ins Gesicht und bereiten ihr schlaflose Nächte.

"Ich könnte den ganzen Tag nur noch weinen" - Mindestpensionistin Judith Weber (57) aus Wien-Simmering

"Ich könnte den ganzen Tag nur noch weinen, so schlimm ist es", so Judith Weber gegenüber "Heute". Beim mehrstündigen Telefonmarathon mit verschiedensten Stellen habe sie, bereits ein wenig entnervt, einer Telefonistin gesagt: "Dann gehe ich zur Zeitung." Judith Weber: "Wissen Sie, was diese Dame geantwortet hat? Tun Sie das, es mögen möglichst viele Österreicher ihren Unmut äußern, denn dann muss die Politik endlich handeln." Die bald 58-jährige Wienerin ist sich ganz sicher: "Ich spreche hier und heute nicht für mich alleine, sondern für Abertausende, verzweifelte Menschen im ganzen Land."

Das erhalten Pensionisten

Übrigens zu den Einmalzahlungen für Pensionisten: Die vollen 500 Euro bekommen nur die Bezieher einer Pension von 1.200 Euro bis 1.800 Euro (brutto). Von insgesamt 2,4 Millionen Pensionisten betrifft das nur rund 500.000 Personen. Jene Rentner, die eine Pensionshöhe darüber oder darunter bekommen, erhalten (empfindlich) weniger - alles dazu hier und siehe Tabelle in Bilderserie.

Während viele Österreicher nicht wissen, wie es weitergehen soll und die Entlastungszahlung tunlichst pfleglich behandeln und zurücklegen werden, gibt es auch Extrembeispiele, wie jenes eines 21-Jährigen, der die gesamten Einnahmen vom Staat in nur einer Nacht verblasen hat - mehr dazu hier.

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