Wienerin droht nach Beauty-Pfusch Lippen-Amputation

Ärztin Nataliya Miraval warnt vor Kurpfuschern.
Ärztin Nataliya Miraval warnt vor Kurpfuschern.privat
Eine Wienerin ließ sich bei einem Kurpfuscher die Lippen vergrößern. Die Behandlung ging schief, nun droht der 22-Jährigen eine Lippen-Amputation.

Mit dem Wunsch nach größeren Lippen landete eine junge Wienerin vor Kurzem bei einem falschen Beauty-Doc. Doch der volle Kussmund führte zu einem Spitalsaufenthalt. "Bei der Unterspritzung mit Hyaluronsäure wurde eine Arterie getroffen. Die Frau wurde erst notfallmedizinisch versorgt und musste dann auf die plastische Chirurgie. Nun droht ihr sogar eine Teilamputation der Oberlippe mit folgender Schluckstörung", erzählt Beauty-Ärztin Nataliya Miraval im Gespräch mit "Heute".

Billige Botox-Spritze in der Küche

Die Medizinerin leitet eine Privatpraxis für Ästhetische Medizin im achten Wiener Bezirk. Laut der Fachfrau hat die Pandemie bei illegalen Beauty-Behandlungen für einen regelrechten Boom gesorgt. "Frauen, die nach einem verpfuschten Eingriff zu mir kommen, haben oft monatelang starke Schwellungen oder Ausschläge im Gesicht. Sie wurden in privaten Wohnungen mit nicht zertifizierten Produkten behandelt. Das kann lebensgefährlich sein." Die billigen Beauty-Eingriffe werden laut der Medizinerin meist auf Instagram angeboten. "Einer Patientin wurde in der Küche Botox gespritzt, während daneben die Suppe am Herd köchelte. Das widerspricht allen hygienischen Auflagen. Außerdem dürfen nur ausgebildete Ärzte Botox spritzen."

"Frauen, die nach einem verpfuschten Eingriff zu mir kommen, haben oft monatelang starke Schwellungen oder Ausschläge im Gesicht." - Dr. Nataliya Miraval

Deshalb rät Miraval Geschädigten, die Kurpfuscher unbedingt zur Anzeige zu bringen. "Die meisten wollen dies aber nicht, weil den Eingriff eine Freundin oder Bekannte durchgeführt haben." Doch wer von einer Anzeige absieht riskiert laut der Ärztin, dass bei einer missglückten Behandlung die Versicherung aussteigt. "Eine Patientin musste nach einem illegalen Eingriff, im Krankenhaus behandelt werden. Weil sie nicht benennen konnte, von wem sie behandelt wurde, musste sie die Spitalskosten in Höhe von 30.000 Euro selbst bezahlen."

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