Wienerin kann sich Kindersitz nicht leisten – 275 € Strafe

Eine junge Mutter soll 275 Euro Strafe zahlen 
Eine junge Mutter soll 275 Euro Strafe zahlen privat / iStock (Symbolbild)
Weil sie sich keinen Kindersitz leisten kann, transportierte eine Wienerin ihre Tochter am Gepäckträger. Nun soll sie 275 € Strafe zahlen.

Die junge Wiener Mutter Elissa V. ist verzweifelt. Sie hat als Alleinerziehende mit Geldsorgen zu kämpfen, nun soll sie eine Strafe von 275 Euro begleichen, weil sie vor fast einem Jahr mit ihrer damals 5-jährigen Tochter am Fahrrad fuhr. Im Gespräch mit "Heute" berichtet die Mutter: "Ich hatte ein Fahrrad mit Kindersitz und Helm, das wurde mir gestohlen. Ich konnte mir in der Zwischenzeit nicht leisten, einen neuen Sitz zu kaufen. Mein Kind muss ich trotzdem in den Kindergarten bringen. Darum habe ich sie auf den Gepäckträger gesetzt."

Polizist wies darauf hin, dass Kind nicht am Gepäckträger sitzen darf

Am Weg in den Kindergarten wurde das Mutter-Tochter-Paar von der Wiener Polizei entdeckt. Elissa berichtet: "Drei Polizisten hielten uns an. Einer der drei erklärte mir freundlich, dass es nicht erlaubt sei, mit dem Kind am Gepäckträger zu fahren. Ich antwortete, dass ich das nicht wusste und stieg ab. Auf meine Frage, ob meine Tochter am Fahrrad bleiben darf, wenn ich es schiebe, nickte der freundliche Polizist. Ich ging weiter, einer der anderen beiden Beamten rief mir etwas nach, aber ich winkte und eilte in Richtung Kindergarten, weil wir schon spät dran waren."

Polizisten fuhren im Streifenwagen nach

Dann wurde es teuer für die junge Mutter: "Die beiden anderen Polizisten sind mir mit dem Streifenwagen nachgefahren. Der freundliche Beamte war nicht mehr dabei. Man forderte mich auf meinen Ausweis herzuzeigen, meine kleine Tochter bekam Angst begann zu weinen. Ich bat die Beamten, mein Kind zuerst in den Kindergarten bringen zu dürfen und wies darauf hin, dass die Situation für mein Kind eine Zumutung ist. Der Polizist sagte mir nur, ich solle nicht herumschreien und drohte mir mit einer weiteren Anzeige. Ich protestierte, bekam meinen Ausweis zurück und wurde darauf hingewiesen, dass ich eine Anzeige bekommen werde."

Nun weiß Elissa nicht, wie sie die Strafe begleichen soll. "Wenn ich nicht zahlen kann, muss ich eine Freiheitsstrafe absitzen. Aber wer kümmert sich dann um mein Kind?", klagt die Wienerin.

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