Mehrere Polizeifahrzeuge rasten am Montag gegen 21.00 Uhr nach einem Notruf in die Neilreichgasse in Favoriten. Im Stiegenhaus eines Wohngebäudes kam es Augenzeugen zufolge zu einer brutalen Messer-Attacke. Ein 52-Jähriger soll bei einem Streit auf seine Ex-Frau eingestochen haben. Nachbarn alarmierten daraufhin sofort die Polizei. Der mutmaßliche Täter ließ die blutüberströmte 52-Jährige liegen und flüchtete. Die Beamten waren binnen weniger Minuten vor Ort.
"Heute"-Leserreporterin Alina wohnt im selben Gebäude und erlebte den Polizeieinsatz hautnah. "Ich wohne im Erdgeschoss und hörte durch das gekippte Fenster Geräusche im Innenhof", erzählt die 24-jährige Wienerin. Als sie der Sache auf den Grund gehen wollte, entdeckte sie, dass es Polizisten waren, die nach jemandem suchten. "Der WEGA-Beamte richtete kurz eine Waffe auf mich und meinte, ich solle sofort in meine Wohnung zurückgehen", berichtet Alina. Völlig schockiert von der Situation versperrte sie ihre Tür: "Ich wartete anschließend ab, bis es Entwarnung gab."
Wie die Wiener Polizei gegenüber "Heute"bestätige, wurde die 52-jährige afghanische Staatsbürgerin bei der Messer-Attacke schwer verletzt. Nach einer notfallmedizinischen Versorgung durch die Berufsrettung wurde sie ins nächste Krankenhaus eingeliefert. Ärzte kämpften noch am Abend um ihr Leben – am Dienstagmorgen gab es schließlich Entwarnung: die Frau ist stabil und außer Lebensgefahr.
Hier erhalten Gewaltbetroffene Hilfe
Bist du oder jemand aus deinem Umfeld von Gewalt betroffen? Dann lass dich beraten und hol dir Hilfe.
- Frauen-Helpline: 0800/222 555
- Rat auf Draht - Hilfe für Kinder & Jugendliche: 147
- Männerberatung Wien: 01/603 28 28
Im Fall von akuter Gewalt unbedingt die Polizei alarmieren: Tel. 133
Der Ex-Mann (52) der Verletzten gilt derzeit als Tatverdächtig. Er stellte sich nach der Attacke auf einer Polizeiinspektion in der Wiener Landstraße selbst und wurde daraufhin festgenommen. Für den Afghanen gilt die Unschuldsvermutung. Die Kriminalpolizei hat nun alle weiteren Ermittlungen aufgenommen. Sowohl das Opfer, als auch der Beschuldigte werden noch am Dienstag einvernommen.