Wienerin zahlt Betrügern 8.000 € für geplatzten Kredit

Nachdem eine Wienerin einen Online-Kredit aufnahm, bekam sie immer höhere Forderungen.
Nachdem eine Wienerin einen Online-Kredit aufnahm, bekam sie immer höhere Forderungen.Privat
Eine Wienerin überwies Internet-Betrügern rund 8.000 € in der Hoffnung, einen Kredit zu bekommen. Bis heute sah sie keinen Cent. 

Weil sie sich den Traum einer Ferienwohnung erfüllen wollte, brauchte Lena O. (Name von der "Heute"-Redaktion geändert) dringend einen Kredit. Banken wiesen sie ab, eine Ratenzahlung war nicht möglich - deswegen tappte sie in eine Falle wie viele andere auch, die im Netz nach Finanzierungsmöglichkeiten suchen. Sie fand eine Website, auf der ein Kredit ohne Bonitätsprüfung und mit schneller Überweisung versprochen wurde. 

Weil die Zeit drängte, schloss sie einen Vertrag mit den Schwindlern ab. Damit "ihre Akte angelegt" werden könne, sollte sie 195 Euro Gebühr bezahlen. Als sie dies getan hatte, hieß es von den Betrügern plötzlich, das Finanzamt habe ihre "Akte" wegen Verdachts auf Geldwäsche "gesperrt". Der falsche Finanzdienstleister gab an, jetzt "große Schwierigkeiten" mit dem Finanzamt zu haben, und dass Lena 4.500 Euro überweisen solle. In der Hoffnung, den Kredit doch zu bekommen, bezahlte sie.

Forderungen wurden immer höher

Die gierigen Betrüger verlangten immer mehr von der Wienerin, bis sie schließlich in Summe satte 8.000 Euro an ein unbekanntes Konto überwiesen hatte. Ihr wird nach wie vor mit der Polizei und Interpol gedroht, sollte sie nicht noch mehr überweisen. Eine absurde Drohung - eine seriöse Firma würde einen solchen Fall an ein Inkassobüro oder einen Rechtsanwalt übergeben.

Ein Blick auf die Website der Betrüger verrät - der "Dienstleister" ist höchst suspekt. Hier sind keinerlei Angaben zu der Firma zu finden, ein Impressum ist auch nicht angeführt, was ein Verstoß gegen das E-Commerce-Gesetz sein dürfte. Lediglich eine Handynummer ist angegeben, doch auch diese führt ins Leere - jeder Anruf von "Heute" landete in der Mobilbox. Eine Domainabfrage der Arbeiterkammer enthüllt, dass die Seite auf eine Adresse im Westafrikanischen Staat Benin registriert ist.

Das empfiehlt der Konsumentenschutz

Christian Prantner von der Konsumentenschutzabteilung der Wiener Arbeiterkammer empfiehlt: "Grundsätzlich sind herkömmliche Anbieter wie eine Bank die sicherere Variante, um an einen Kredit zu kommen. Möchte man dennoch einen Kredit online aufnehmen, sollte man sich unbedingt die Zeit nehmen, dem Anbieter gründlich auf den Zahn zu fühlen. Es gibt immer die Möglichkeit, bei Verbraucherschützern Informationen einzuholen. Zusätzlich kann man online nach Erfahrungsberichten von anderen Kunden suchen."

Das heißt also: Ist ein Angebot zu gut um wahr zu sein, ist es das meistens auch. Konsumenten sollten äußerst skeptisch sein, was solche Angebote angeht und unbedingt eingehend prüfen, bevor sie einen Vertrag unterschreiben oder Geld überweisen. Im Zweifelsfall sollte man sich immer zuerst an eine Beratungsstelle wenden. 

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