"Ich bin gekommen, um zu bleiben, ganz klar", sagt Wiens neuer VP-Landesparteiobmann bei "Heute" Backstage (der ganze Talk siehe Video oben). Wie berichtet, folgte der ehemalige Polizei-Vize im Dezember auf Gernot Blümel (VP), der sich im Zuge der Chat-Affäre aus der Spitzenpolitik zurückzog. Trotz aller Dramatik habe er die Funktion sehr gerne übernommen, sagt Mahrer – und wähnt die Rathaus-Türkisen auf einem guten Weg: "Jetzt ist eine Aufbruchsstimmung da." Der 66-Jährige möchte "Politik mit Herz und Verstand umsetzen" und "die "'Spirale der Aggression in der Politik durchbrechen".
Ob er gedenke, bei der Wien-Wahl 2025 – mit dann 69 – anzutreten? Mahrer hat eine klare Haltung dazu: "Ich freue mich auf die Arbeit. Das teile ich mit anderen in meiner Altersgruppe, die durchaus noch einmal durchstarten, wenn es darauf ankommt."
Stellt er sich also der Wahl? "Ja, eines ist ganz klar: Ich möchte bei der nächsten Landtagswahl mit der Wiener Volkspartei möglichst viele Stimmen und Vertrauen sammeln."
Karl Mahrer geht aber sogar noch einen Schritt weiter: "Mit diesem Vertrauen ausgestattet möchte ich die Volkspartei in Regierungsverantwortung führen." Es sei wichtig, "dass wir als Volkspartei wieder die Politik in der Stadt mitgestalten".
Bis dahin sei harte Arbeit vonnöten: "Wir werden tun, was sich die Menschen wünschen: hackeln statt streiten, das ist mein Motto", verspricht Mahrer. Auch in seinem eigenen Rathausklub hat der Neo-Stadtrat einige Baustellen. Wolfgang Kieslich ("Reisende soll man nicht aufhalten") lief zur FPÖ über. Fettnäpfchen-Stadträtin Bernadette Arnoldner (wollte eigentlich in die Privatwirtschaft entschwinden) macht es sich auf einem 7.500-Euro-Landtagsmandat gemütlich.
Gar nicht so smooth sieht Mahrer den Corona-Zugang der Hauptstadt. Ob er den vorsichtigen Kurs von Bürgermeister Michael Ludwig (SP) nachvollziehen könne, will "Heute" wissen. "Nein, das kann ich nicht. Der verantwortungsbewusste Stufenplan der Regierung folgte dem Rat der Experten und legt Schritt für Schritt Lockerungen fest. Acht Bundesländer sind dieser Entscheidung gefolgt."
Dann donnert Mahrer: "Nur in Wien glaubt man, mit dem Slogan 'Wien ist anders' weiter vorgehen zu können – auch in der Corona-Pandemie. Ich halte das für nicht nachvollziehbar."
„"Die Gastronomie und der Tourismus sind in Wien ganz, ganz schwer getroffen."“
Er fordert: "Wenn der Herr Bürgermeister, der Verantwortung trägt, diese Entscheidung durchführt und – entgegen der acht anderen Bundesländer – andere Maßnahmen trifft, dann verlangen wir vom Bürgermeister spezielle Wirtschaftshilfen. Die Gastronomie und der Tourismus sind in Wien ganz, ganz schwer getroffen."
Er ist der Meinung, dass "die Wienerinnen und Wiener das vielfach nicht mehr nachvollziehen können". "Bürgermeister Ludwig, den ich im Übrigen sehr schätze, trägt die Verantwortung für den Schaden, den die Gastronomie und der Tourismus erleiden", sagt er.
Zum angekündigten Ende der Gratistests sagt Mahrer: "Die Strategie ist grundsätzlich zu prüfen." Bei der Kostenpflicht müsse es "einen Unterschied geben zwischen Geimpften und Ungeimpften". Er ist der Ansicht: "Wenn sich Menschen, die sich impfen lassen können, nicht impfen lassen, ist es gut, dass sie für den Test einen entsprechenden Beitrag bezahlen. "
Und für Geimipfte? "Gratis – oder in einer anderen Relation zu den Menschen, die nicht solidarisch beigetragen haben".
Was er zu den drei angekündigten Großdemos am Wochenende und zum flächendeckenden Parkpickerl in Wien ab 1.3. sagt, siehst du im Video oben. Zu den Corona-Aufmärschen in der Wiener City sagt er: "Das Demonstrationsrecht wird dazu missbraucht, die Bevölkerung aufzuhetzen."
Zur Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine hat Mahrer eine klare Haltung: "Bundeskanzler Nehammer hat ein klares und menschliches Wort gefunden: Selbstverständlich müssen wir Menschen, die auf der Flucht sind, helfen. Das ist ein europäischer Akt der Solidarität."