"Ich kann gerne Wut-Lehrerin genannt werden"

Wenn sie ein Buch schreibt, sorgt es für Wirbel. Die Lehrerin Susanne Wiesinger kritisiert in ihrem neuen Werk das Bildungsministerium.

2018 veröffentlichte sie das Buch "Machtkampf im Klassenzimmer". Darin beschrieb Susanne Wiesinger, wie der Islam unsere Schulen beeinflusst. Jetzt wirbelt ihr Buch "Machtkampf im Ministerium - Wie Parteipolitik unsere Schulen zerstört" gehörig Staub auf, "Heute.at" berichtete.

"Bin keinem politischen Kabinett verpflichtet"

Am Samstag wurde Wiesinger in ihrer Tätigkeit als Ombudsfrau für Kulturfragen freigestellt. Das Ministerium fühlt sich von der Lehrerin hintergangen. Die ÖVP sieht in ihrem Verhalten einen "klaren Vertrauensbruch".

"Ich kann nachvollziehen, dass das Ministerium das so sieht. Ich bin lange genug Österreicherin und weiß, wie schwierig es ist, wenn man auf Unabhängigkeit bedacht ist", erklärt die Wienerin im "Ö1-Morgenjournal". Sie möchte ganz klar auf keiner parteipolitischen Seite stehen.

Auf die Frage, warum sie jetzt dieses Buch veröffentlicht, entgegnete sie: "Ich bin keinem politischen Kabinett verpflichtet, sondern dem Staat als Beamtin. Ich habe Loyalität in meiner Rolle als Ombudsfrau ganz und gar wahrgenommen. Ich habe bei den Problemen genau hingeschaut. Und die Probleme sind dadurch bedingt, dass Parteipolitik so einen großen Einfluss hat."

Ihr Vertrag wäre noch bis Februar gelaufen. Der Tätigkeitsbericht ist fertig. Dieser wurde im Dezember der damaligen Ministerin Iris Rauskala übergeben.

Zurück in die Schule?

In ihrer Zeit als Leiterin der Ombudsstelle hat Susanne Wiesinger rund 160 Gespräche mit hunderten Lehrern geführt. Ob und wie dieser Bericht präsentiert werden soll, ist allerdings noch unklar.

In ihrem Buch kritisiert Wiesinger, dass das Bildungsministerium von den Problemen an den Schulen entkoppelt scheine. Das gilt laut ihren Ansichten aber nicht nur für das Bildungsministerium, sondern auch für die Bildungsdirektionen.

Viele würden nur herumsitzen und nicht wissen, was in den Schulen los ist. "Ich bin lange genug Lehrerin, ich kenne diese Probleme sehr genau", so Wiesinger. Wie es mit ihrer Karriere nun weitergeht, ist ebenfalls offen. Montagfrüh hat sie einen Termin im Ministerium.

Zuletzt wurde berichtet, dass sie gerne wieder als Pädagogin arbeiten wolle. "Ich kann gerne Wut-Lehrerin genannt werden. Das bleibt den Medien überlassen. Es wäre aber besser, wenn sich die Medien mehr mit dem Inhalt des Berichts auseinandersetzen und weniger mit meiner Person."

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Good NewsPolitikMartin Schulz

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