Am 20. beziehungsweise 21. März wird im persischen Raum die Tagundnachtgleiche als Beginn des Frühlings gefeiert. Das Fest heißt Nouruz und hat eine rund 3.000 Jahre lange Tradition. In Wien wurde der Frühlingsbeginn am Sonntag auf dem Stephansplatz öffentlich gefeiert. Die Feierlichkeiten eskalierten allerdings.
Auf Social Media kursieren zahlreiche Videos, auf denen die Veranstaltung zu sehen ist. Die Menschen spielen Musik, tanzen teils mit aber auch teils ohne Maske Arm in Arm und zünden in weiterer Folge ein Feuer mitten auf dem Stephansplatz an. Eine Flagge wurde besonders häufig geschwenkt: "Freedom for Öcalan" war auf der gelben Fahne mit dem Konterfei von Abdullah Öcalan, dem Gründer der Arbeiterpartei Kurdistans, zu sehen.
Was zuerst eine heitere Szene war, eskalierte Augenzeugen zufolge in späterer Stunde. Ein Twitter-Account, der der "Solidarität mit dem Freiheitskampf in Kurdistan" gewidmet ist, berichtet über augenscheinlich homophob motivierte Übergriffe. Einige Personen, die eine Regenbogen-Flagge trugen, sollen von anderen Passanten beleidigt und körperlich angegriffen worden sein. Wer hinter dem Angriff steckte und wie dieser mit der Neujahrs-Feier zusammenhing, ist zur Zeit noch unklar.
Die Veranstaltung war bei der Wiener Polizei angemeldet. Beamte waren vor Ort, ein Sprecher berichtet: "Die Kundgebung verlief grundsätzlich friedlich, zum Ende der Versammlung gab es lediglich eine kurze Störaktion. Diese konnte aber ohne weitere Vorfälle durch das Einschreiten der Einsatzkräfte rasch befriedet werden. Nach Beendigung der Kundgebung attackierte ein Mann im Zuge einer Amtshandlung einen Polizisten und wurde wegen des Verdachts des versuchten Widerstandes gegen die Staatsgewalt vorläufig festgenommen."