Will: "Eintrittstests im Handel sind Schwachsinn"

"Nun ist mit den Maßnahmen zu Ostern schon wieder ein Schaden angerichtet worden, der sich auch auf die Arbeitsplätze auswirken wird", kritisiert Will. 
"Nun ist mit den Maßnahmen zu Ostern schon wieder ein Schaden angerichtet worden, der sich auch auf die Arbeitsplätze auswirken wird", kritisiert Will. Guo Chen Xinhua / Eyevine / picturedesk.com
Unverständnis für die Handel-Eintrittstests herrscht von Seiten der Branchenvertreter. Die Maßnahme sei "Schwachsinn", so Rainer Will.

Für den Handel werden die kommenden Tage und Wochen keine leichten. Mit der "Osterruhe" müssen nämlich auch Geschäfte ihre Türen schließen - genau jetzt, wo das Ostergeschäft zu größeren Umsätzen geführt hätte. Für den Handel bedeutet der harte Lockdown über Ostern, "dass wir eine halbe Milliarde Euro verlieren werden. Das ist extrem bedauerlich", so Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, in einem Interview für Puls24. 

Sorgen bereitete auch die Überlegung, "Click & Collect" in der Zeit der "Osterruhe" zu untersagen. Während des dritten Lockdowns war dies aber noch erlaubt, um "Schadensminimierung zu betreiben", erläutert Will. Doch am Montag kam die Entwarnung: Das Angebot "Click & Collect" wird nach wie vor möglich sein. (Mehr dazu hier >>)

Unverständnis für Eintrittstests

Schon vor der Einführung der Eintrittstests für den Handel äußerte sowohl die Branche als auch die Kundschaft großen Unmut darüber. Nichtsdestotrotz hat die Regierung vergangene Woche beschlossen, neben körpernahen Dienstleistern nun auch für den Handel Eintrittstests einzuführen. Neben großem Unmut herrscht hier aber insbesondere Unverständnis. Denn nach wie vor geht von den Geschäften keine Ansteckungsgefahr aus. 

Für diesen Schritt fehle das wissenschaftliche Fundament. Zahlreiche Studien würden nämlich belegen, dass der Handel kein Corona-Hotspot sei, schildert Will. Daher hat er auch in Bezug auf die Eintrittstests eine klare Meinung, die er vertritt:

"Eintrittstests sind Schwachsinn!"

Dies sei schlichtweg nicht administrierbar. Verkäuferinnen und Verkäufer würden zu Securitys umfunktioniert werden. Kaum überraschend sei daher auch, dass knapp "80 Prozent der Menschen in Österreich" angegeben haben, unter diesen Voraussetzungen auf das Shoppen vor Ort zu verzichten

 "Damit müssen wir auf zwei Drittel aller Umsätze verzichten", schildert Will die Lage des Handels. "Damit sind allein im Osten 50.000 Arbeitsplätze gefährdet."

Umsätze fallen weg

Die Maßnahmen seien "abstrus, unangebracht und kosten uns nur Geld, Arbeitsplätze und die psychische Gesundheit der Bevölkerung", so Will echauffiert. Jeder bisherige Lockdown hat im Handel tiefe Narben hinterlassen. So fielen im vergangenen Jahr aufgrund von Corona und der Schließungen Umsätze vom Ostergeschäft, den Einkaufstagen Black Friday und Cyber Monday sowie die Umsätze des Weihnachtsgeschäfts weg.

"Nun ist mit den Maßnahmen zu Ostern schon wieder ein Schaden angerichtet worden, der sich auch auf die Arbeitsplätze auswirken wird."
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