Floriani in der Feuerhölle – "Wind geht ununterbrochen"

Michael Leprich, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Salzburg, leitet den Einsatz der Feuerwehrmänner in Griechenand (Heute-Montage).
Michael Leprich, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Salzburg, leitet den Einsatz der Feuerwehrmänner in Griechenand (Heute-Montage).picturedesk.com / FF Salzburg
Michael Leprich sieht seit heute der Gefahr in Griechenland ins Auge. Der Floriani berichtet von "Dimensionen, die sich hier niemand vorstellen kann".

"Als wir in Griechenland ankamen, hatte es noch mehr als 30 Grad", berichtet Michael Leprich (49) von der Freiwilligen Feuerwehr Salzburg im "Heute"-Gespräch am Donnerstag. Bei sengender Hitze gingen er und seine 43 Kollegen aus Salzburg in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag im Hafen von Patras an Land. Die Salzburger haben ihr Lager etwa 140 Kilometer weiter im Landesinneren, in einer Schule in der Stadt Lalas nahe Olympia aufgeschlagen und unterstützen seit heute die lokalen Einsatzkräfte im Kampf gegen die Waldbrände in Griechenland. 

Mitgebracht haben die Feuerwehrmänner nicht nur elf Tanklöschfahrzeuge, sondern auch Zelte, Sanitäreinrichtungen, Lebensmittel und weitere High-Tech-Ausrüstung. Er und sein Team bleiben eine Woche vor Ort. Dann folgt die Ablöse durch eine zweite Schicht.

Leprich leitet den Salzburger Unterstützungseinsatz als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Salzburg. Das Ausmaß der  Brände schockiert auch den gestandenen Floriani. "Es sind hier wirklich sehr große Flächen abgebrannt. Der Geruch liegt einem ständig in der Nase", schildert Leprich. Für ihn ist klar:  "Das sind Dimensionen, die sich hier bei uns in Österreich niemand vorstellen kann."

"Im Nu der nächste Großbrand!"

Die Salzburger Feuerwehrmänner stehen im Großraum von Lalas im Einsatz. Dort löschten die Salzburger am Donnerstag speziell Glutnester. Die Situation ist heikel. "Der Wind geht ununterbrochen", sagt der Kommandant. "Wenn du der Glut nicht Herr wirst, hast du im Nu den nächsten Großbrand!"

Viele der 44 Männer haben sich Urlaub für den Einsatz genommen, nicht immer zum Wohlgefallen ihrer Angehörigen. "Meine Familie ist nicht glücklich, dass ich in diesen Einsatz gehe", sagt Leprich. Die Sorgen bei seinen Lieben sind groß. Die Gefahr behält der 49-Jährige immer im Hinterkopf. "Aber das gehört zu unserem Job."

Seine persönliche Entschädigung für die Strapazen und das Risiko? "Die Dankbarkeit der Menschen. Überall, wo wir hinkommen, werden wir von den Einheimischen beklatscht und bejubelt", erzählt Leprich. Die Freude über die Unterstützung aus dem Ausland ist laut dem Salzburger in der ganzen Bevölkerung spürbar. "Der Direktor der Schule, die uns als Unterkunft dient hat uns bereits für Donnerstagabend zum Essen eingeladen."

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