Klimaschutz

"Wir erleben den wärmsten September unseres Lebens"

Die aktuellen Temperaturen im September sprengen Rekorde. In mehr als 250 Jahren war es in diesem Monat noch nie viel zu warm wie jetzt.

Roman Palman
ORF-Meteorologe <strong>Marcus Wadsak</strong> in der Sendung "Bei Budgen" am 15. Juli 2023.
ORF-Meteorologe Marcus Wadsak in der Sendung "Bei Budgen" am 15. Juli 2023.
Screenshot ORF

Der September ist gerade etwas mehr als zur Hälfte vorüber und ist schon jetzt ein unangefochtener Rekord: "Wir alle erleben gerade den wärmsten September unseres bisherigen Lebens in Österreich", schreibt ORF-Meteorologe Marcus Wadsak am Montagnachmittag auf der Social-Media-Plattform X, dem vormaligen Twitter. 

Der bisher wärmste September in der heimischen Messgeschichte übertrumpfte das langjährige Mittel 1991-2020 ("das auch schon sehr warm ist") um +2,8 Grad Celsius. Da sind wir mittlerweile schon weit darüber: "Aktuell liegen wir in diesem September bei +3,9 Grad", sagt Wadsak.

Tags darauf wies das Klimamonitoring der GeoSphere Austria schon +4,0 Grad Abweichung zum Bezugszeitraum 1991-2020 aus:

    Auf Rekordkurs: <strong>+4,0 Grad</strong> zeigt der laufende Monatsmittelwert bis 19. September 2023 im Vergleich zum langjährigen Mittel 1991-2020.
    Auf Rekordkurs: +4,0 Grad zeigt der laufende Monatsmittelwert bis 19. September 2023 im Vergleich zum langjährigen Mittel 1991-2020.
    Screenshot ZAMG / GSA Klimamonitoring

    Doch nicht nur im Flachland ist es deutlich wärmer als im Schnitt der letzten 60 Jahre: "Extrem wird es, wenn man die Temperaturwerte auf unseren Bergstationen vergleicht", so die GSA-Klimaforscher weiter.

    Auf dem 3.100 Meter hohen Sonnblick-Observatorium, wo seit 1886 durchgehend Wetterdaten aufgezeichnet werden, gelten im September Durchschnittstemperaturen um 0 Grad als "normal". Aktuell ist es hier um 6,4 Grad zu warm!

    Rekord "schon sehr fix"

    Laut Wadsak ist es dazu "schon sehr fix", dass der September auch in den nächsten Tagen nicht von seinem prognostizierten Absolutrekord abstürzen wird. In der Großwetterlage zeichnet sich offenbar keine Veränderung ab, die so radikal kühlere Luft bringen würde, dass es noch einen Unterschied machen könnte.

    Obwohl der September nun extrem heraussticht, ist er heuer kein Einzelfall. Mit Ausnahme von April und Mai alle bisherigen Monate deutlich wärmer als das langjährige Mittel, wie Wadsak anhand einer Grafik auf X zeigt. Mit dem wieder aufgeflammten El Niño habe der Temperaturanstieg in Österreich nichts zu tun, erklärt der Wetter-Experte auf Nachfrage eines Users.

    Auch 2023 gesamt auf Rekordkurs

    Die Folge ist klar. 2023 wird in Österreich ("höchstwahrscheinlich") eines der wärmsten Jahre in der mehr als ein Viertel Jahrtausend andauernden Messgeschichte. Die genaue Position hängt von der weiteren Entwicklung ab. Diese zwei Szenarien gibt es:

    – Verlaufen Oktober, November und Dezember ähnlich wie im Durchschnitt der letzten zehn Jahre, dann wird 2023 eines der drei wärmsten Jahre in Österreichs 256-jähriger Messgeschichte.

    – Verlaufen Herbst und Winterbeginn etwas kühler als in den letzten Jahren, dann liegt 2023 immer noch im Bereich der Plätze vier bis sechs.

    Heiße Jahre hatten wir in den vergangenen Jahrzehnten nicht auch zu knapp. Aus den Top 25 der heißesten Jahre haben wir seit 1992 satte 21 am eigenen Leib miterleben können. Wadsak: "Der Trend nach oben geht munter weiter!"

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      Picturedesk, privat (Montage: "Heute")