Am Donnerstag kommt es, wie berichtet, zu österreichweiten Streiks – rund 130.000 Beschäftigte aus den privaten Gesundheits-, Sozial- und Pflegeberufen legen ihre Arbeit nieder. Die ersten Streikversammlungen starteten in der Bundeshauptstadt schon am Mittwoch. "Alleine in Wien wird an 70 Standorten gestreikt", erklärte GPA-Chefverhandlerin Eva Scherz gegenüber der APA. "In allen Streikversammlungen zeigen die Beschäftigten, dass sie sich ein angemessenes Angebot der Arbeitgeber erwarten."
Wie ein "Heute"-Leser entdeckte, war auch das Chancenhaus des Samariterbundes in der Kerschensteinergasse in Wien-Meidling der Startpunkt für die Warnstreiks am Donnerstag. Von 13.00 bis 18.00 Uhr wurde die Arbeit temporär niedergelegt. "Wir haben einen Notdienst vor Ort, die Bewohner sind also nicht betroffen", so der Pressesprecher.
Hintergrund für die Streiks sind die stockenden Kollektivvertragsverhandlungen. Bereits in der Nacht auf Freitag wurde angekündigt, dass es zu Streiks kommen wird. Das Angebot der Arbeitgeber – durchschnittlich 1,71 Prozent mehr auf KV-Gehälter und 1,3 Prozent auf IST-Gehälter für 2026 sowie 1,65 Prozent für 2027 – sei laut GPA und vida "unzureichend".
Für Angehörige und Klienten soll es keine großen Auswirkungen geben. Es könnte jedoch zu Ausfällen von Ausflügen für Senioren oder Schließung für den Kundenverkehr in bestimmten Bereichen, unter anderem in der Suchtberatung, kommen.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am 11. Dezember statt. Wie Scherz betonte, müssten die Arbeitgeber endlich erkennen, dass ihr Angebot einfach zu wenig ist. Gefordert wird eine Erhöhung um vier Prozent und bessere Arbeitsbedingungen, besonders für Teilzeitkräfte.