Nehammer im Newsroom

Wirbel um Kanzler-Besuch im ORF-Newsroom

Die FPÖ wirft der Kanzlerpartei vor, den ORF auf eine Linie bringen zu wollen. Bundeskanzler Nehammer war im Newsroom zu Gast.

Lukas Leitner
Wirbel um Kanzler-Besuch im ORF-Newsroom
Im Vorfeld der Kanzler-Rede wurde offenbar überlegt, ob man das Volk über die künftige Finanzierung des ORF befragen sollte.
Helmut Graf, Gilbert Novy / KURIER / picturedesk.com

Wie bei einem Überfall soll der Bundeskanzler Karl Nehammer gestern beim ORF alle Chefredakteure, deren Stellvertreter und die Ressortleitungen zusammengetrommelt haben, als er dort zu Besuch war, berichtet die FPÖ. "Wurden wir hier Zeuge eines Versuchs, um den ORF wieder 'auf Linie' bringen zu wollen? ORF-Generaldirektor Weißmann ist uns allen eine Erklärung schuldig!", betonte FPÖ-Mediensprecher, Nationalratsabgeordneter Christian Hafenecker.

Laut Bericht der FPÖ war der ZiB2-Anchor Armin Wolf aber nicht einbestellt worden. Die FPÖ vermutet, dass Nehammer wohl zu große Angst vor Gegenwind hatte. "Kaffeekränzchen im Newsroom mit dem Kanzler sind sicher nicht der Weg einer glaubhaften Entpolitisierung", betont Hafenecker und fordert, dass der Sender nicht mehr für Parteipolitik missbraucht werden soll.

Ein normales Hintergrundgespräch

Der ORF Chefredakteur Johannes Bruckenberger äußert sich auf "X" (vorher Twitter) zu den Anschuldigungen. Dort schreibt er, dass die Vermutungen der FPÖ falsch sind. "Was Sie schildern, war ein normales Hintergrundgespräch. Ähnliches gab es kürzlich auch mit Ihnen und Herbert Kickl", schreibt er weiter.

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    Auf den Punkt gebracht

    • Der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer berief alle Chefredakteure und Ressortleiter des ORF zu einem Treffen ein, was von der FPÖ als Versuch gesehen wird, den Sender politisch zu beeinflussen
    • ORF-Chefredakteur Johannes Bruckenberger bezeichnete das Treffen jedoch als normales Hintergrundgespräch und wies die Anschuldigungen der FPÖ zurück
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