Wirbel um Radsymbol zwischen Bim-Gleisen

Rad-Piktogramme sollen Radfahrer dazu ermutigen, zwischen den Gleisen zu fahren. Entlang der Autos drohen Dooring-Unfälle.
Rad-Piktogramme sollen Radfahrer dazu ermutigen, zwischen den Gleisen zu fahren. Entlang der Autos drohen Dooring-Unfälle.Sabine Hertel
Die Piktogramme zwischen den Schienen auf der Strecke des 43er sorgten am Mittwoch für Aufregung im Netz. "Heute" löst auf, was es damit auf sich hat.

In Dornbach teilen sich Straßenbahn, Autofahrer und Radfahrer eine Spur. Immer wieder kommt es dort zu gefährlichen Situationen, besonders für Familien ist die Alszeile kein angenehmer Ort zum Radfahren. Seit Jahren wird über einen Lückenschluss des Hauptradverkehrsnetzes (!) diskutiert. Im März wurde bekannt, dass Hernals einen Radstreifen mit Öffnungszeiten testen will (wie berichtet).

Radstreifen mit Öffnungszeiten

Mit Verzögerung ist dieser jetzt in Betrieb gegangen. Dafür wird in der Vollbadgasse gegenüber der Apotheke sowie in der Alszeile von der Vollbadgasse bis zum Himmelmutterweg die rechte Parkspur stadtauswärts Montag bis Freitag von 7.30 bis 19 Uhr sowie Samstag, Sonntag und Feiertag von 9 bis 19 Uhr zur Halteverbotszone. Stattdessen dürfen dort tagsüber Radfahrer unterwegs sein. "Ich ersuche alle Autofahrer, sich an das temporäre Halteverbot zu halten", ruft Bezirkschefin Ilse Pfeffer (SPÖ) zur Disziplin auf. Andernfalls haben Fahrzeugbesitzer nicht nur mit Organstrafen zu rechnen, sondern auch mit der Abschleppung ihres Autos.

Piktogramme sollen Situation entschärfen

Da die Strecke zwischen Himmelmutterweg und der Endstation des 43er in Neuwaldegg laut Pfeffer zu eng für einen durchgängigen Radweg ist, greift der Bezirk dort auf die am Mittwoch viel diskutierten Piktogrammen zwischen den Gleisen zurück. Was auf den ersten Blick völlig absurd anmuten mag, hat einen ernsten Hintergrund: Nutzen Radfahrende den oft sehr schmalen Bereich neben den parkenden Autos drohen Dooring-Unfälle. Gleichzeitig können sie gar nicht durchgängig am Rand unterwegs sein und laufen beim Wechseln Gefahr, in die Schienen hängen zu bleiben. Waren Radfahrer schon jetzt im Gleistrog unterwegs, wurden sie oft von Bim und Autofahrern bedrängt oder geschnitten. "Die Piktogramme zeigen Radfahrer an, dass sie dort sehr wohl fahren können und auch dürfen. Gleichzeitig sollen andere Verkehrsteilnehmer auf Radfahrer aufmerksam gemacht werden", erklärt Pfeffer. Zusätzlich gilt auf dem Abschnitt Tempo 30 (ausgenommen für die Straßenbahn). Die Aufregung um die Radsymbole versteht Pfeffer jedenfalls nicht: "Schon jetzt dürfen Radfahrer zwischen den Gleisen fahren. Aber viele haben sich bislang nicht getraut. Das wollen wir damit ändern", erklärt die Bezirkschefin.

Bürgerinitiative will durchgehenden Radweg

Bis Herbst soll der temporäre Radstreifen getestet werden. Zuletzt hatte die Bürgerinitiative "Dornbach radelt sicher" neuen Schwung in die Angelegenheit gebracht. "Wir hoffen, dass Autofahrer durch die Piktogramme sensibilisiert werden", zeigt sich ein Sprecher zuversichtlich. Ob der Radstreifen auf Zeit funktioniert, werden die nächsten Tagen und Wochen zeigen. Lob gibt es jedenfalls für die neue Tempo 30-Lösung. Ab Herbst hofft man allerdings auf die nächsten Schritte. Ziel ist und bleibt ein durchgehender Radweg von Dornbach nach Neuwaldegg.

"Sharrows sind keine eigene Anlage, aber zumindest ein Hinweis auf vermehrten Radverkehr", erklärt Roland Romano, Sprecher der Radlobby, den Vorteil der Bodenmarkierungen. Sie sei allerdings nicht die idealste Lösung und "sollte nur dort zur Anwendung kommen, wo es technisch anders überhaupt nicht möglich ist", ergänzt der Experte. Die Lösung seien Radwege neben dem Gleiskörper.

Ob das Projekt, das schlussendlich ein Kompromiss war, erfolgreich ist, sollen die nächsten Wochen zeigen. "Es ist ein Testlauf. Wenn es nicht funktioniert, müssen wir das akzeptieren und eine andere Lösung finden", erklärt Pfeffer.

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