Wirt wettert: "Von fünf Bewerbern kam kein einziger"

Restaurant-Chef Paul F. sucht verzweifelt nach Servicepersonal.
Restaurant-Chef Paul F. sucht verzweifelt nach Servicepersonal.privat
Lokalbetreiber Paul F. ist verärgert. Er sucht verzweifelt Kellner, aber viele Bewerber erscheinen nicht einmal zum Vorstellungsgespräch.

Seit Monaten klagen Wirte, dass sie kein Personal finden. Kellnerinnen und Kellner wurden nun sogar auf die bundesweite Mangelberufsliste genommen. Auch Paul F., Betreiber des Restaurants vom Sportcenter Marco Polo in Wien-Floridsdorf, sucht dringend Servicepersonal. Bisher jedoch ohne Erfolg.

"Von 20 Bewerbern, die ich vom AMS vorgeschlagen bekomme, melden sich vielleicht vier", ärgert sich der Lokalbetreiber. "Ich melde das dem AMS dann auch so zurück, aber den Betroffenen wird nicht das AMS-Geld gestrichen, sondern wohl nur auf die Finger geklopft."

"Ich finde es eine Frechheit, dass man sich Vorstellungsgespräche ausmacht, ich mir Termine freihalte und dann kommt keiner."

Auch über soziale Netzwerke und in Facebook-Gruppen sucht der Wirt mittlerweile nach Personal. Am Montag hätten sich mehrere Bewerber bei F. vorstellen sollen, doch: "Von fünf Bewerbern kam kein einziger. Ein sechster Interessent schaffte es immerhin zum Gespräch. Der hätte am nächsten Tag zum Probearbeiten kommen sollen, ist aber auch nicht aufgetaucht, weil ihm der Weg dann doch zu weit war", so F.

"Da kann man wohl anrufen und absagen"

Eine andere Bewerberin erklärte dem Wiener, sie hätte sich den Termin für das Vorstellungsgespräch falsch notiert. "Sie bat darum am Dienstag zum Gespräch zu kommen. Ich habe natürlich sofort eingewilligt. Erschienen ist sie dann aber nicht. Ich finde es eine Frechheit, dass man sich Vorstellungsgespräche ausmacht, ich mir Termine freihalte und dann kommt keiner. Wir sind im Zeitalter des Handys, da kann man wohl anrufen und absagen", tobt der Wirt.

"Ich zahle auch über den Kollektivvertrag. Mit Trinkgeld geht man bei mir im Monat mit 3.000 Euro netto heim. Und die Arbeitszeiten kann man sich im Team ausmachen."

Wirt muss Preise für Gäste erhöhen

Zwei Kellner oder Kellnerinnen würde F. gerne sofort anstellen. "Ich zahle auch über den Kollektivvertrag. Mit Trinkgeld geht man bei mir im Monat mit 3.000 Euro netto heim. Und die Arbeitszeiten kann man sich im Team ausmachen." Das Restaurant hat F. 2019 übernommen. "Dann kam die Pandemie. Das war eine schwere Zeit damals. Jetzt spüre ich die Teuerungen auch sehr. Bis Ende des Jahres muss ich deshalb wohl auch die Preise für Gäste anheben."

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