Für Ghana war bei der Weltmeisterschaft in der K.o.-Phase Endstation. Im Sechzehntelfinale scheiterten die Afrikaner mit 0:1 an Kolumbien. Danach schien Trainer Carlos Queiroz die Konsequenzen daraus gezogen zu haben und zurückzutreten. Doch darauf angesprochen, wollte der Coach nichts von einem Abschied wissen.
"Ich verlasse diese Reise voller Stolz auf das, was wir erreicht haben, aber auch mit der gesunden Unzufriedenheit derer, die immer mehr wollen. Ein höheres Niveau zu erreichen, sollte niemals das Ziel sein. Es sollte der Anfang von noch größeren Ambitionen sein", hatte Queiroz nach dem Scheitern der "Black Stars" auf Facebook geschrieben, sich bei der Spitze des ghanaischen Verbands bedankt. "Die Zukunft der ,Black Stars' wird nicht nur auf dem Spielfeld gestaltet. Der Erfolg muss abseits des Spielfelds beginnen, indem wir das bestmögliche Umfeld schaffen, um Ghanas außergewöhnliche Fußballtalente vorzubereiten, zu schützen und zu fördern", hatte der 73-Jährige mit Blick auf die Zukunft erklärt.
Seine Dankesworte hatten einige als Ankündigung des Abschieds aufgenommen. Doch davon wollte der 73-Jährige nichts wissen. Als ein Fan den Portugiesen und dessen Frau zufällig traf und nach den Gründen für dessen Rücktritt fragte, entgegnete Queiroz überrascht: "Ich bin nicht zurückgetreten." Stattdessen sei das Posting bloß "eine Botschaft meiner Dankbarkeit" gewesen.
Queiroz hatte das Traineramt bei Ghana erst im April übernommen, nachdem Vorgänger Otto Addo gehen musste. Zuvor hatten die Ghanaer klar mit 1:5 einen Test gegen Österreich verloren, ebenso eine Pleite gegen Deutschland kassiert (1:2).