"Les Bleus" haben die Viertelfinal-Hürde gegen Marokko genommen. Frankreich setzte sich am Donnerstag mit 2:0 gegen die Nordafrikaner durch und schaffte als erste Mannschaft den Sprung ins Semifinale. Tags darauf folgte Spanien – am Dienstag steigt nun eine Art vorgezogenes Finale.
Beim Sieg gegen die Marokkaner sorgte allerdings eine Szene für Verwunderung. Im Mittelpunkt dabei: Michael Olise, Star von Bayern München und einer der Top-Spieler dieser WM. Der hatte nämlich von seinem Trainer Didier Deschamps höchstpersönlich ein Jubel-Verbot erhalten.
Konkret ging es um den entscheidenden zweiten Treffer der Franzosen beim 2:0-Erfolg durch Ousmane Dembele in der 66. Spielminute. Während die Spieler der Franzosen zur Ersatzbank liefen und eine große Jubeltraube bildeten, sprangen Ersatzkeeper Brice Samba und Coach Deschamps auf, gestikulierten dem Bayern-Star, dass er sich von der Jubeltraube fernhalten solle. Samba hielt Olise sogar aktiv ab.
Der kuriose Grund dafür ist eine FIFA-Regelung. Denn diese besagt, dass eine Mannschaft den Anstoß ausführen darf, sobald sich alle Spieler der gegnerischen Mannschaft in deren eigener Spielhälfte befinden. Durch die große Jubeltraube an der Mittellinie waren sämtliche Kicker der Franzosen eben in ihrer eigenen Hälfte. Das sahen Samba und Deschamps, zeigten Olise deshalb, dass er stehen bleiben müsse. Und den Jubel nur aus der Entfernung verfolgen durfte. So hatten die Marokkaner nicht sofort den Anstoß ausführen dürfen.
Wäre auch Olise zur Jubeltraube gegangen, hätten die Marokkaner theoretisch alleine auf das französische Tor zulaufen dürfen. Schiedsrichter Facundo Tello aus Argentinien hatte deshalb nicht sofort wieder anpfeifen können.
Schon im WM-Finale 2022 gegen Argentinien hatte es eine ähnliche Szene gegeben. Damals hatte Verteidiger Theo Hernandez seinen Mitspieler Dayot Upamecano daran gehindert, in die eigene Hälfte zurückzukehren – genau aus demselben Grund.