Für Slavko Vincic geht am Sonntag ein Traum in Erfüllung. Der Slowene leitet das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien in East Rutherford. Als FIFA-Schiedsrichter-Boss Pierluigi Collina die Nominierung vor allen Unparteiischen verkündete, vergrub der 46-Jährige das Gesicht in den Händen und kämpfte mit den Tränen. Für Vincic ist es der bisherige Höhepunkt seiner Laufbahn.
Doch der Referee stand nicht immer wegen seiner Leistungen auf dem Fußballplatz im Rampenlicht. Im Mai 2020 geriet Vincic unfreiwillig in die Schlagzeilen, als er bei einer Razzia auf einer mutmaßlichen Sexparty im bosnischen Bijeljina vorübergehend festgenommen wurde. Die Polizei wollte einen mutmaßlichen Drogen- und Prostitutionsring ausheben. Bei dem Einsatz wurden unter anderem Kokain, Schusswaffen, Schutzwesten und Bargeld sichergestellt. Organisiert worden sein soll die Feier vom Instagram-Model Tijana Maksimovic. Der Schiedsrichter soll sexuelle Dienste von Maksimovic und weiteren Frauen in Anspruch genommen haben.
Vincic beteuerte von Beginn an seine Unschuld. Er sei nach einem Geschäftstreffen lediglich einer Einladung zum Mittagessen beziehungsweise zu einer Feier gefolgt und habe mit den übrigen Anwesenden nichts zu tun gehabt. Nachdem die Ermittler seine Aussagen überprüft hatten, wurde der Slowene wieder freigelassen. Gegen ihn wurde kein Verfahren eingeleitet, strafrechtliche Konsequenzen gab es nicht.
Seiner Karriere schadete der Vorfall letztlich nicht. Vincic entwickelte sich zu einem der angesehensten Schiedsrichter Europas, leitete unter anderem das Champions-League-Finale 2024 zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund. Nun folgt mit dem WM-Endspiel zwischen Spanien und Argentinien die prestigeträchtigste Ansetzung im Weltfußball.