Junge Männer stark betroffen

WM gestartet – Sucht-Experten warnen vor Sportwetten

Am Donnerstag startete die Fußball-WM. Nun warnen Suchtexperten vor den Risiken von Sportwetten. Besonders Online-Angebote gelten als problematisch.
Wien Heute
14.06.2026, 15:01
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Mit der Fußball-Weltmeisterschaft steigt nicht nur die Vorfreude der Fans, sondern auch die Sorge von Suchtexperten. Die Stadt Wien und die Österreichische ARGE Suchtprävention warnen vor dem hohen Suchtpotenzial von Sportwetten – vor allem im Internet.

Hohes Suchtrisiko bei Sportwetten

Sportwetten zählen gemeinsam mit Glücksspielautomaten und Poker zu den Glücksspielformen mit besonders hohem Suchtrisiko. Als Gründe nennen Experten unter anderem die sogenannte Kontrollillusion, also den Glauben, mit Fachwissen bessere Gewinnchancen zu haben, sowie die hohe Anzahl an Wettmöglichkeiten und das sogenannte "Chasing", bei dem Spieler Verlusten hinterherjagen.

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Besonders problematisch seien digitale Angebote. Live-Wetten, ständige Verfügbarkeit, Bonusaktionen und die Möglichkeit, anonym zu spielen, erhöhen laut Fachleuten das Risiko zusätzlich.

Besonders junge Männer gefährdet

Die Zahlen zeigen, dass Sportwetten vor allem junge Männer ansprechen. Zwischen 2020 und 2022 hat etwa jeder fünfte Mann zwischen 15 und 34 Jahren gewettet. Bei den 15- bis 29-Jährigen gehören Sportwetten zu den beliebtesten Glücksspielformen überhaupt.

Besorgniserregend ist auch die Entwicklung bei problematischem Spielverhalten. Laut aktuellen Erhebungen zeigten 2022 bereits vier Prozent der Befragten Hinweise auf eine pathologische Form von Glücksspiel oder Sportwetten. Hochgerechnet entspricht das rund 300.000 Menschen in Österreich. 2020 lag dieser Wert noch bei 1,8 Prozent.

70 Prozent der Wetten online

Auch in Wien wird regelmäßig gewettet: 3 Prozent wetten mindestens einmal pro Woche, 8 Prozent wetten mindestens einmal pro Monat. Fast ausschließlich Männer nutzen Sportwetten 70 Prozent der Wetten werden online abgeschlossen.

Sportwetten gelten als Geschicklichkeitsspiel

Eine Besonderheit gibt es in Österreich: Sportwetten gelten – mit Ausnahme von Toto – rechtlich nicht als Glücksspiel, sondern als Geschicklichkeitsspiel. Dadurch gelten andere Regeln bei Werbung, Sponsoring und Spielerschutz als in vielen anderen europäischen Ländern.

Deshalb fordert die Österreichische ARGE Suchtprävention strengere Regelungen, mehr Spielerschutz sowie eine stärkere Einschränkung von Werbung für Sportwetten.

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