Infantinos verrückter Plan

WM-Verkauf: FIFA legt jetzt schon eine Deadline fest

Jetzt wird es ernst. Nachdem die Pläne der FIFA bekannt wurden, Anteile an der WM zu kaufen, gibt es nun plötzlich eine Frist für die Verbände.
Sport Heute
29.07.2026, 14:04
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Im Rahmen seiner Pläne, Anteile der Fußball-WM an private Investoren zu verkaufen, hat FIFA-Präsident Gianni Infantino laut übereinstimmenden Medienberichten den 211 Mitgliedsverbänden offenbar eine Frist bis zum 19. September gesetzt. So zitiert etwa die "Sportschau" aus einem Brief, in dem der Boss des Weltverbandes von einer "vollkommen demokratischen Entscheidung in den Händen der Mitgliedsverbände" schreibt. Demnach sei eine einfache Mehrheit nötig, um die am Dienstag bekannt gewordenen Pläne umzusetzen.

Die englische "Times" und der "Telegraph" hatten am Dienstag berichtet, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino über eine neu zu gründende Tochterfirma namens FIFA Forward Enterprise (FFE) Anteile an der Fußball-WM an private Investoren abtreten will. Die FIFA bestätigte das Vorhaben in einer Mitteilung am Dienstagabend weitgehend. Basierend auf einer Unternehmensbewertung von 20 Milliarden US-Dollar werde die FFE in diesem Jahr bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar aufbringen. Laut den Berichten sollen bis zu 20 Prozent der Anteile verkauft werden.

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Es braucht eine Mehrheit

Sofern mindestens 106 Verbände den Plänen der FIFA zustimmen, könnte der Weltverband bereits mit Beginn des kommenden Jahres deutlich mehr Geld an seine Mitglieder als bislang ausschütten. Ob Infantino diese Mehrheit erreicht, ist aber offen. Obwohl erst kürzlich nach "Guardian"-Informationen mehr als 200 Länder dem Präsidenten Unterstützung mit Blick auf dessen mögliche Wiederwahl im kommenden Jahr zugesichert haben sollen. Nun könnte sich die Lage aber drastisch ändern.

An den nun bekannt gewordenen Plänen der FIFA äußerten bereits unter anderem Fußballverbände, Funktionäre, Politiker und Menschenrechtsorganisationen heftige Kritik. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) noch in dieser Woche eine Dringlichkeitssitzung abgehalten werden, bei der auch über einen möglichen Boykott der Weltmeisterschaft gesprochen werden soll. In diesem Fall wären auch die Anteile an der neuen WM-Firma nur noch einen Bruchteil wert.

Kritik wird immer lauter

Mittlerweile haben sich auch der nordamerikanische Kontinentalverband CONCACAF und die Asien-Konföderation AFC kritisch zu Wort gemeldet. "Wir sind zutiefst besorgt über das Fehlen eines ordnungsgemäßen Verfahrens", man trage die Verantwortung, "im besten Interesse des Sports zu handeln", erklärte der CONCACAF gegenüber dem "Guardian".

Laut FIFA-Plänen sollen 20 bis 30 Prozent der neu gegründeten Firma an private Investoren abgegeben werden. In den Berichten sind bereits die Bank JP Morgan, aber auch Joshua Kushner, der Bruder von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, als Interessenten angeführt.

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