Sportlich lief es für Sturm in der vergangenen Saison nicht nach Wunsch – und auch abseits des Rasens fällt das Urteil der eigenen Spieler ernüchternd aus. In der jährlichen, anonymen VdF-Spielerumfrage landet der entthronte Meister mit 74 von 100 Punkten nur auf Rang zehn der Bundesliga – lediglich WAC und Hartberg schneiden schlechter ab.
Die jährlich durchgeführte Erhebung basiert auf mehr als 500 anonymen Rückmeldungen aus der Bundesliga und 2. Liga. Bewertet werden zehn Bereiche des Kluballtags – von Gehaltszahlungen über Infrastruktur bis zur medizinischen Betreuung. Das Ergebnis: Während einige Vereine als Arbeitgeber überraschend Bestnoten erhalten (wie Blau-Weiß Linz), zeigt die Umfrage bei Sturm Graz deutlichen Verbesserungsbedarf.
Besonders brisant: Ausgerechnet in Bereichen, die für einen Klub mit Champions-League-Ambitionen selbstverständlich sein sollten, sehen die Spieler erheblichen Nachholbedarf. Mit 6,0 Punkten erhält Sturm bei Kabinen, Trainingsbedingungen und Trainingsgelände den drittschlechtesten Wert der Bundesliga. Schlechter werden nur der WAC (4,2) und Hartberg (3,5) bewertet.
Nicht viel besser fällt das Urteil der Sturm-Profis bei der Kommunikation zwischen sportlicher Leitung und Mannschaft aus. Mit 6,5 Punkten liegt der Vizemeister wieder nur knapp vor dem WAC (5,6) und Hartberg (6,1).
Auch die angemessene Ausrüstung (6,7 Punkte) sowie die Qualität der bereitgestellten Ausrüstung (7,0) bewerten die Grazer lediglich durchschnittlich. Dabei sind die Steirer allerdings nicht alleine: Die VdF sieht die zwei Bereiche ligaweit als jene mit dem größten Verbesserungspotenzial.
Positiv fällt lediglich die Organisation der Auswärtsreisen auf. Hier vergeben die Spieler 8,5 Punkte – ein Wert, der zu den besseren der Bundesliga zählt. Auch die medizinische Betreuung wird mit 7,8 bis 7,9 Punkten ordentlich bewertet. Bei der Pünktlichkeit der Gehaltszahlungen (8,5) und der Vertragstreue (8,3) bewegt sich Sturm ebenfalls im soliden Mittelfeld.