Invasion aus dem Osten

Wolgazander: Neuer Raubfisch breitet sich aus

Der Wolgazander breitet sich rasant aus. Der Raubfisch ist vom Ural über Österreich bis nach Norddeutschland vorgedrungen.
Technik Heute
04.03.2026, 17:53
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Ein gestreifter Räuber erobert leise, aber stetig neue Gewässer in Europa: Der Wolgazander, ein Verwandter des heimischen Zanders, hat sein Verbreitungsgebiet innerhalb von 15 Jahren enorm vergrößert. Ursprünglich stammt der Fisch aus dem Osten Europas - vom Ural über das Schwarze Meer bis nach Ungarn und die Donau aufwärts bis nach Österreich.

Jetzt ist der Raubfisch auch in Norddeutschland angekommen und sorgt dort für Aufsehen unter Anglern und Biologen. Der Fisch-Experte Matthias Emmrich vom Anglerverband Niedersachsen hat die Daten ausgewertet.

Wie spiegel.de berichtet, wurden mittlerweile bestätigte Nachweise des Wolgazanders in elf Gewässern in sechs deutschen Bundesländern erbracht. "Uns liegen mittlerweile bestätigte Nachweise des Wolgazanders aus elf Gewässern in sechs Bundesländern vor", sagt Emmrich. Betroffen sind unter anderem Niedersachsen, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Über Kanäle auf dem Vormarsch

Schifffahrtskanäle wie der Mittellandkanal spielen bei der Ausbreitung eine wichtige Rolle, weil sie ehemals isolierte Flusssysteme miteinander verbinden. Eine Besiedlung des Rheinsystems hält der Biologe Emmrich daher für sehr wahrscheinlich. Über 1.100 Fangdaten und mehr als 200 Wolgazander wurden bereits untersucht, um Rückschlüsse auf die Verbreitung zu ziehen.

Erkennen kann man den Neuankömmling an seinen dunklen, kräftigen Streifen bis zum Bauch, einer hohen ersten Rückenflosse und dem Fehlen spitzer Fangzähne. Mit maximal 65 Zentimetern bleibt er deutlich kleiner als der heimische Zander, der über einen Meter lang werden und mehr als zehn Kilogramm wiegen kann.

Keine Gefahr - aber eine Delikatesse

Biologe Emmrich geht nicht davon aus, dass der oft kleinere Wolgazander eine ernste Gefahr für heimische Raubfische darstellt. Schon nach den ersten Funden hatten Experten erwartet, dass der Fisch langfristig bleibt, aber keinen Schaden anrichtet.

Unter Anglern gilt der Wolgazander übrigens als Delikatesse - er soll ähnlich gut schmecken wie der heimische Zander. Für Fischer an der Donau in Österreich könnte der Raubfisch also durchaus ein willkommener Fang sein.

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