Untere Lobau trocknet aus

Fischsterben in Wien – Wann wird Naturjuwel gerettet?

Alles für die Fisch'? Umweltschützer fordern vehement ein "Wasser-Rettungspaket" für die von Austrocknung bedrohte Untere Lobau. Die Stadt Wien prüft.
Bernd Watzka
18.02.2026, 11:34
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Nach dem großen Fischsterben in der Unteren Lobau (Wien-Donaustadt) fordert die Naturschutzorganisation WWF eine "Aufklärung der Ursachen und langfristig wirksame Gegenmaßnahmen". Vor allem geht es um ein "Wasser-Rettungspaket" für das Naturjuwel.

Extremer Wassermangel

"Ein derart massives Fischsterben wäre vermeidbar, wenn die Stadtregierung endlich die Einleitung von Wasser in die Untere Lobau ermöglichen würde. Die Untere Lobau leidet seit Jahren unter einem extremen Wassermangel, der sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern doppelt negativ für die Fische auswirkt", sagt WWF-Experte Michael Stelzhammer.

Zu den Maßnahmen eines Rettungspakets zählt laut WWF vor allem eine Weiterleitung des Wassers von der Oberen in die Untere Lobau, um die ausgetrockneten Flächen zu revitalisieren.

Anbindung an Donau gefordert

Zudem fordert der WWF gezielte Renaturierungsmaßnahmen. Dazu gehören die Anbindung der Unteren Lobau an die Donau und die Zugabe von Schotter in das Donaubett, um den Wasserspiegel zu heben. Damit könnten dann die Gewässer der gesamten Au im Nationalpark mit Wasser versorgt werden - eine Forderung, der sich auch das Lobaumuseum anschließt.

Weiters müsse für die Trinkwasserbrunnen in der Lobau eine Wasseraufbereitungsanlage errichtet werden, um damit auch die Wasserversorgung der Stadt sicherzustellen.

"Konkrete Umsetzung" ist ausständig

Die Stadtregierung habe im Vorjahr nochmals eine Studie zum Thema beauftragt, obwohl die notwendigen Lösungen seit Jahren auf dem Tisch liegen. Es müsse daher längst um die konkrete Umsetzung gehen. "Nicht ob, sondern wann und wie machen wir das" müsse die Devise sein", sagt Michael Stelzhammer vom WWF.

Die Lobau ist ein ehemaliges Donau-Auengebiet, das durch die Flussregulierung im 19. Jahrhundert weitgehend von der natürlichen Wasserversorgung abgeschnitten wurde. Wo früher Seitenarme und Inseln lagen, finden sich heute Senken, Gräben und trockene Vegetationsflächen. Das Gebiet ist heute ein beliebtes Naherholungsziel mit Wander- und Radwegen – gleichzeitig aber ein hochsensibler Naturraum, in dem selbst kleine Veränderungen große Auswirkungen haben können.

"Abteilungen arbeiten daran"

"Die Stadt Wien ist sich der zunehmenden Austrocknung der Lobau bewusst. Die zuständigen Abteilungen arbeiten daher seit vielen Jahren daran, den Wasserhaushalt in der Auenlandschaft zu verbessern. Welche Maßnahmen in der Unteren Lobau getroffen werden können, ist faktenbasiert zu entscheiden", sagt Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky im Vorjahr.

Im Gegensatz zur Unteren Lobau wird die Obere Lobau bereits mit Wasser aus der Donau versorgt. Dank einer neuen Leitung kann fast dreimal so viel Wasser von der Neuen Donau in die Panozzalacke fließen - bis zu 1.500 Liter Wasser pro Sekunde ("Heute" berichtete).

{title && {title} } bw, {title && {title} } Akt. 18.02.2026, 11:42, 18.02.2026, 11:34
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