Weniger neu kaufen, mehr herrichten - der Trend zum Reparieren hält an. Seit 2013 gibt es in Österreich sogenannte Repair Cafes, durch die viele alte Geräte eine zweite Chance bekommen. Von 16.000 kaputten Geräten wurden mehr als zwei Drittel erfolgreich repariert.
Das zeigt eine aktuelle Studie von AK, Umweltdachverband und Re-Use Austria mit Daten aus 2024. Träger der Reparaturstätten sind rund 1.900 Freiwillige, die ihr Wissen kostenlos zur Verfügung stellen.
Am höchsten ist die Dichte an Reparaturstandorten in Tirol und Salzburg, am niedrigsten in Wien und Kärnten. Insgesamt gibt es österreichweit rund 100 Initiativen mit Hunderten Veranstaltungen an zahlreichen Standorten - die gesamte Liste findest du hier.
"Ohne Freiwillige gäbe es keine Repair Cafes", sagt Maria Langsenlehner vom Umweltdachverband und Studienautorin. Die Helfer organisieren, koordinieren und reparieren. Zu den Besuchern zählen vorwiegend ältere Menschen und Familien, junge Menschen sind bisher unterrepräsentiert.
Die Idee stammt ursprünglich aus Amsterdam. Dort entstand 2009 das erste Repair Cafe. Seither hat sich das Konzept in vielen Ländern etabliert. Es handelt sich vorwiegend um ehrenamtliche, lokal organisierte Initiativen, die dich bei der Reparatur kaputter Geräte unterstützen.
So werden Geräte gerettet, die sonst im Müll landen würden. Das spart Ressourcen, vermeidet Abfall und bringt Menschen zusammen.
Repair Cafes tragen damit zu einer gelebten Kreislaufwirtschaft bei. "Repair Cafes sparen Geld, schonen Klima und Ressourcen. Das zeigt sehr gut: Kreislaufwirtschaft funktioniert, wenn man sie möglich macht", sagt Nina Birkner-Tröger von der AK Wien. Die bundesweite Geräte-Retter-Prämie (früher Reparaturbonus) flankiert die Arbeit und erhöht das Bewusstsein für Reparatur statt Neukauf.
Trotzdem wünscht sich die Arbeiterkammer mehr Unterstützung. Diese sei regional sehr unterschiedlich. "Wo es Koordinationsstellen gibt, laufen Repair Cafes stabil - sie sparen Ressourcen, Geld und Müll. Wo nicht, stoßen Freiwillige schneller an ihre Grenzen", sagt Langsenlehner.
Die AK fordert daher die Aufnahme von Repair Cafes in Umwelt-, Klima- und Energieförderprogramme sowie eine Stärkung des Rechts auf Reparatur, etwa durch verpflichtende Ersatzteile und Reparaturinformationen.