Wut-Experte im TV ist bekannter Diskussions-Querulant

Erös ist bekannt dafür, Diskussionen schmollend zu verlassen.
Erös ist bekannt dafür, Diskussionen schmollend zu verlassen.Münchner Runde BR / Servus TV / "Heute"-Montage
Entwicklungshelfer Reinhard Erös sorgte am Donnerstag für einen TV-Eklat, als er im Hangar 7 von der Bühne stürmte. Dies war kein Einzelfall!

Reinhard Erös ist ehemaliger Berufssoldat, Oberstarzt und Entwicklungshelfer. Der Deutsche widmet sein Leben humanitärer Arbeit und betreibt seit über 20 Jahren die "Kinderhilfe Afghanistan". So viel Gutes er auch leistet, Erös ist für eine Sache bekannt: Sein Temperament. Der Vorfall bei ServusTV am Donnerstag ist kein Einzelfall, der 73-Jährige ist dafür bekannt, regelmäßig Diskussionen zu verlassen und sogar das Publikum zu beflegeln.  

Am Donnerstag musste der Rest der Runde im Hangar 7 Erös' Ausraster über sich ergehen lassen, Hangar-Host Michael Fleischhacker versuchte noch vergebens, einen Witz zu machen: "Oscar Wilde hat gesagt, man muss nicht in der Pfanne gelegen haben, um über Schnitzel zu reden." Jeglicher Humor und Bitten, zu bleiben, stießen auf taube Ohren. Erös stürmte von der Bühne, weil er nicht mit den von ihm als Laien empfundenen Kollegen diskutieren wollte.

Flüchtling wollte Frage stellen, Experte rastete aus

Derartige Vorfälle dürften so häufig vorkommen, dass dies sogar auf Erös' Wikipedia-Seite vermerkt ist. Bei einem vom SPD-Ortsverein veranstalteten Vortrag im Jahr 2016rastete der 73-Jährige aus, weil ein afghanischer Flüchtling eine Frage stellen wollte. Er verbot dem Mann, eine Frage in der afghanischen Landessprache zu stellen und herrschte eine Asylhelferin an, die ihm zu Hilfe kommen wollte. 

Als man ihn bat, den Flüchtling doch eine Frage stellen zu lassen, schmollte Erös sofort – ähnlich wie in der TV-Diskussion im Hangar 7. "Das ist eine Beleidigung! Ich sage gar nichts mehr! Sorgen Sie dafür, dass er sich entschuldigt! Dann können wir weitermachen", ätzte der Deutsche, packte seine Sachen und stürmte aus dem Saal. 

"Gastgeber bestimmt die Regeln wie in der DDR"

Auch mit dem stellvertretenden Chefredakteur der Zeit, Bernd Ulrich, geriet Erös sich bei einem Salonzum Thema "Zehn Jahre Afghanistan: Bilanz eines gescheiterten Krieges" in die Haare. Als Moderator Jakob Augstein Erös in der Diskussion ihn in seinem Redeschwall bremsen wollte, konterte dieser: "Das wär ja noch schöner, wenn der Gastgeber die Regeln bestimmt - wie in der DDR." Auch hier sprang der 73-Jährige auf und stapfte aus dem Saal, drehte allerdings wieder um und kehrte zum Podium zurück. Der Salon wurde 2011 veranstaltet, möglicherweise hatte Erös vor rund 10 Jahren noch etwas mehr Geduld. 

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