Xiaomi Mi 11i im Test: Das Tüpfelchen auf dem i?

Fünf Modelle umfasst die Mi-11-Serie des Smartphone-Herstellers Xiaomi. Das Mi 11i versucht dabei, tolle Technik zum tiefen Preis zu bieten. Der Test.

Vom Flaggschiff Mi 11 UltraMi 11 und Mi 11 Lite 5G bis hin zum Einsteigergerät Mi 11 Lite – damit ist Xiaomis neueste Smartphone-Serie allerdings noch nicht komplett, denn es fehlt das Mi 11i. Während das Ultra die Luxus-, das Mi 11 die "Standard"- und das Lite die Einsteigerversion des Handys ist, wirft dies zwangsläufig die Frage auf, was es mit dem Mi 11i auf sich hat und wo es sich ansiedelt. Aus diesem Grund hat "Heute" das 5G-Smartphone Mi 11i ausführlich getestet.

Der Preis des Smartphones zeigt es schon ganz gut: Es findet sich mit dem Startpreis von 650 Euro zwar unter dem Mi 11 im Sortiment wieder (750 Euro), ist dennoch aber weit entfernt von der Einsteigerklasse. Der Test zeigt, dass sich Xiaomi an den Versuch gewagt hat, die gute Technik des Mi 11 in ein etwas günstigeres Gerät zu packen, bei dem die Abstriche eher kosmetischer Natur sein und dem Nutzer vielleicht gar nicht so sehr auffallen sollen. Das gelingt dem Gerät über weite Strecken auch hervorragend.

Technik gleicht wie ein Ei dem anderen

Verzichtet wird beispielsweise auf das gebogene WQHD+-Display, stattdessen gibt es einen flachen FHD+-Screen. Damit schrumpfen auch die Maße des Smartphone etwas, das Kameramodul zeigt sich neu gestaltet, der Akku speckt etwas ab und der Fingerabdrucksensor wandert in den Power-Button, statt ihn unter dem Display zu verbauen. Abseits davon gleichen sich die inneren Werte des Xiaomi Mi 11 und des Mi 11i wie ein Ei dem anderen. Wer die Technik ganz genau bewertet wissen will, dem empfehlen wir deshalb den Test zum Xiaomi Mi 11 – hier verlinkt!

Das Design zeigt sich anders als das Innenleben mit neuen Akzenten. Hatte es beim Mi 11 noch etwas Übung erfordert, Fehleingaben am stark gekrümmten Bildschirm zu vermeiden, fällt dieses Problem beim flachen Bildschirm des Mi 11i komplett weg. Hochwertig wirkt das Smartphone trotzdem, denn das Gehäuse erweckt den Einfluss, als wäre der Bildschirm an den Rändern doch abgerundet ausgefallen. Außerdem kommt auch eine Glasrückseite zum Einsatz. Die wirkt schick, zieht aber Fingerabdrücke an.

Display bleibt trotz Abstrichen stark

An der Front gibt es ebenfalls Gorilla Glass 5, das Mi 11 verbaute hier noch das stärkere Gorilla Glass Victus. Wer sorgsam mit dem Smartphone umgeht, dem kann dies aber fast egal sein. Die Abmessungen sind mit 163,7 x 76,4 x 7,8 Millimetern etwas geschrumpft, das Gewicht ist mit 196 Gramm dagegen vollkommen ident mit jenem des Mi 11. Grund für die etwas geringeren Abmessungen ist vor allem, dass der Bildschirm des Modells in Schwarz, Weiß und Blau nun 6,67 statt 6,81 Zoll groß ist.

Mit freiem Auge wird man die Auflösungs-Reduzierung am AMOLED-Display auf 2.400 x 1.080 Pixel statt 3.200 x 1.440 Pixel kaum merken, auch die etwas schwächere Helligkeit und Pixeldichte machen keine Probleme. Freuen kann man sich dafür darüber, dass die Stärken des Mi-11-Displays auch im i-Modell übernommen wurden. So gibt es auch hier die superflüssige Bildwiederholrate von 120 Hertz sowie HDR10+-Unterstützung und eine hervorragende Eingabe-Reaktionszeit.

Was sich sonst noch geändert hat

Neu zeigt sich äußerlich die Hauptkamera. Sie ist nun wie beim Mi zweistufig aus dem Gehäuse hervorgehoben, allerdings nicht mehr quadratisch. Ein Glasrechteck als Basis beinhaltet einen kleinen Kamera-Schriftzug und den Blitz, ein ovales, noch weiter hervorgehobenes Modul die Kamerasensoren. Damit liegt das Gerät zwar halbwegs stabil am Tisch, wackelt bei Berührungen aber doch etwas – und das Modul bietet wohl ohne Schutzhülle (es wird eine im Karton mitgeliefert) eine potentielle Gefahrenstelle für Kratzer.

Auch das Punchhole der Selfie-Kamera auf der Front ist von der linken oberen Ecke in die Mitte gewandert, das sieht nicht mehr ganz so schick wie beim Mi 11 aus. An der rechten Gehäuseseite befindet sich die Lautstärkewippe und der Power-Button mit dem integrierten Fingerabdruckscanner, der im übrigen flott und präzise funktioniert. Auf der Unterseite finden sich wie gewohnt der USB-C-Anschluss, einer der zwei statt drei Lautsprecher (die dafür nun Dolby Atmos können) und der Dual-SIM-Slot. Eine Möglichkeit, den Speicher durch eine microSD-Karte zu erweitern, gibt es auch hier nicht.

Was die Kamera des Mi 11i kann

Obwohl die Kamera ganz neu angeordnet wurde, ist das Setup ident mit jenem des Mi 11. Bedeutet: 108 MP Weitwinkelkamera, 13 MP Ultra-Weitwinkelkamera und 5 MP Telemakrokamera liefern in allen Standard-Situationen irre gute Fotos ab. Zoom-Aufnahmen wollen dagegen nicht so wirklich gelingen, was am fehlenden optischen Zoom liegt. Setzt man die Kamera dagegen ohne Zoom ein, gibt es scharfe, natürliche und detailreiche Aufnahmen, auch über die Selfie-Cam mit 20 Megapixel.

Statt die Zoom-Funktion überhaupt zu nutzen, sollte man lieber auf die 108-MP-Fotofunktion umschalten und ohne Zoom-Stufe knipsen. Die liefert dann nämlich so hochauflösende und detailreiche Bilder, dass man sich den gewünschten Bildbereich einfach herausschneiden kann und dabei bis in beeindruckende Größen hinein noch knackscharfe Bilder bekommt. Nachtaufnahmen bleiben dagegen ein zweischneidiges Schwert. Mit Stativ ist alles super und detailreich, aus der Hand dagegen die Chance recht groß, dass das Foto verwäscht.

Beinahe idente Leistung des Mi 11i

Dass der Akku statt 4.600 hier 4.520 Milliamperestunden beträgt, spürt der Nutzer nicht, denn er hält selbst bei höchsten Einstellungen wie maximaler Auflösung und Bildwiederholrate 1,5 Tage durch. Beim Schnellladen muss man allerdings ein paar Minuten länger warten, denn es gibt hier "nur" 30 statt 55 Watt, ein kabelloses Laden oder das kabellose Laden anderer Geräte mit dem Smartphone wurde gleich ganz gestrichen. Der Speicher bleibt dagegen gleich, es gibt ein Modell mit 128 und eines mit 256 Gigabyte. Dank neuem Snapdragon 888 Prozessor mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher bekommt man wie beim Mi 11i eines der schnellsten und stärksten Innenleben am Markt.

Die auf Android 11 basierende Software-Benutzeroberfläche MIUI 12 zeigt sich nah am puren Android, fällt aber auch hier mit einigen vorinstallierten und teils nicht entfernbaren Xiaomi-Apps auf. Einen IP-Schutz gibt es auch hier nicht. So sehr das Xiaomi Mi 11 dem Mi 11i gleicht, so ähnlich fällt auch das Urteil aus: Das Xiaomi Mi 11i ist technisch nahe an den Stärksten am Markt, lässt jedoch eine Speichererweiterungsmöglichkeit vermissen. Etwas merkwürdig ist allerdings die Modellpolitik der Serie, denn abseits vom Design fällt nur die unterschiedliche Akku-Funktion wirklich auf. Weil der Unterschied allerdings so klein ist, können wir den Griff zum 100 Euro günstigeren Mi 11i durchaus empfehlen.

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