Im ersten Halbjahr ist die Zahl rechtsextremer Tathandlungen in Österreich weiter angestiegen.
Laut einer Anfragebeantwortung von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) an die SPÖ-Abgeordnete Sabine Schatz wurden 862 derartige Taten verzeichnet – das entspricht einem Zuwachs von knapp zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Wie der ORF berichtet, lag die Zahl im ersten Halbjahr 2025 noch bei 787. Der Anstieg setzt einen Trend fort: Im Gesamtjahr 2023 wurden 1.208 rechtsextreme Taten registriert, 2024 waren es 1.486, im letzten Jahr sogar 1.986.
Von den erfassten Delikten waren laut Anfragebeantwortung 761 explizit rechtsextrem motiviert, 55 rassistisch, 26 antisemitisch und zwölf islamophob. Insgesamt wurden österreichweit 1.004 Anzeigen im Zusammenhang mit rechtsextremen, fremdenfeindlichen, islamfeindlichen oder antisemitischen Tathandlungen erstattet.
Besonders auffällig ist der Anstieg der Anzeigen nach dem Verbotsgesetz – sie kletterten von 785 auf 887. Etwa 90 Prozent der nachgewiesenen Taten wurden Männern zugeordnet.
Sabine Schatz betonte: "Wir dürfen uns auf keinen Fall daran gewöhnen, dass rechtsextreme Straftaten und Gewalt immer weiter zunehmen. Rechtsextreme Fanatiker sind eine Gefahr für unsere Sicherheit und unsere Demokratie."
Sie forderte neben einem konsequenten Vorgehen gegen Rechtsextreme auch wirksame Prävention, politische Bildung und Unterstützung für Betroffene. Angesichts der steigenden Zahlen spricht sie sich für eine rasche Umsetzung des Nationalen Aktionsplans gegen Rechtsextremismus aus, der "konkrete Maßnahmen bringen" werde.
Der Nationale Aktionsplan soll im Winter fertiggestellt werden. Er soll Maßnahmen gegen Rechtsextremismus in den Bereichen Bildung und Demokratieförderung, Prävention und Früherkennung sowie Strafverfolgung und Resozialisierung bündeln.