Zahnarzt-Versorgung steht vor dem Zusammenbruch

Offene Ordinationen, aber nicht ein einziger Patient: Die heimischen Zahnärzte schlagen Alarm und fürchten um ihre komplette Existenz.

Die Zahnärzte Österreichs "müssen nicht nur massiv in Schutzausrüstungen und Hygienemaßnahmen investieren, sondern oft genug auch um ihre Existenz fürchten", heißt es am Freitag von der Österreichischen Zahnärztekammer. Seit 15. März wurde den Zahnärzten nach Bekanntgabe der Maßnahmen der Regierung empfohlen, nur noch reine Notfallbehandlungen vorzunehmen.

"Zahlreiche Zahnärzte berichten davon, dass sie Ordinationstage ohne einen einzigen Patienten erleben müssen – und dies alles bei praktisch unverändert gebliebenen Kosten!", schlägt die Kammer Alarm. Trotzdem habe der überwiegende Teil der Ärzte die Ordinationen geöffnet gelassen, um die Versorgung der Bevölkerung zu garantieren.

Zahnärzte wollen "Rettungsschirm"

Es geht jetzt darum, "zu verhindern, dass die niedergelassene zahnärztliche Versorgung – mehr als 90 Prozent der österreichischen Bevölkerung werden durch niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte medizinisch versorgt – in naher Zukunft wegen der absehbaren finanziellen Belastungen zusammenbricht", warnt die Zahnärztekammer. Die bisherigen Unterstützungsmaßnahmen der Regierung seien aber nur zu einem geringen Teil für Zahnärzte geeignet.

Die Kammer regt deswegen eine Entschädigung etwa in Form eines Zusatzrettungsschirm für Zahnarztpraxen wie in Deutschland an. "Was in Deutschland schaffbar ist, muss auch in Österreich möglich sein", so Kammerpräsident Thomas Horejs. "Ansonsten ist selbst, wenn derzeit ein langsames 'Hinauffahren' der zahnärztlichen Ordinationen im Gang ist, mit zahlreichen Ordinationsschließungen zu rechnen, was bedeuten würde, dass die zahnmedizinische Versorgung der Bevölkerung massiv gefährdet würde."

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Maria Theresia von ÖsterreichGood NewsPolitikCoronavirus

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