Erhöhte Zeckengefahr – Erste Personen bereits im Spital

Es gibt keine spezifische Behandlung bei einem Zeckenstich. Es können lediglich die Symptome gelindert werden. Nur die Impfung schützt vor einer Infektion.
Es gibt keine spezifische Behandlung bei einem Zeckenstich. Es können lediglich die Symptome gelindert werden. Nur die Impfung schützt vor einer Infektion.(Bild: Fotolia)
Die heißen Temperaturen treiben die Menschen ins Freie und die Zecken auf sie. 27 FMSE-Fälle wurden bis Ende Mai bekannt und im Spital behandelt.

Laut Meteorologen war der diesjährige Mai einer der zehn wärmsten Mai-Monate der Messgeschichte. Dementsprechend waren viele Menschen im Freien unterwegs und sind in Kontakt mit Zecken gekommen, die ja ebenfalls bei Wärme aktiv werden. Die Folge: Die ersten Personen mussten bereits wegen FSME hospitalisiert werden. Auch wenn die FSME-Impfung als Schutzmaßnahme in Österreich den meisten bekannt ist, fehlt es doch immer wieder an Detailwissen, wie zum Beispiel über die genaue Übertragung, Auffrischungsimpfungen und sonstige Vorsichtsmaßnahmen.

Bis Ende Mai wurden beim Zentrum für Virologie an der Medizinischen Universität Wien bereits 14 hospitalisierte FSME-Fälle registriert, bis zuletzt waren es sogar 27. Im Vorjahr waren es um diese Zeit erst vier bzw. zehn Fälle. Der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) hat daher bereits zum Start der FSME-Saison gemeinsam mit dem Molekularbiologen und Science Buster Martin Moder ein knapp fünf Minuten dauerndes Aufklärungsvideo produziert, in dem viele wichtige Informationen rund um FSME in gewohnt humorvoller Art und Weise verpackt sind. Wer lieber nachlesen möchte, folgt diesem Link. Hier sind viele interessante, lustige, aber vor allem nützliche Informationen rund um Zecken und FSME in leicht lesbarer Art und Weise zusammengefasst.

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Die FSME – auch Frühsommer-Meningoenzephalitis oder Zeckenenzephalitis genannt – ist eine Viruserkrankung, die zur Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und/oder des Zentralnervensystems führen kann. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt hauptsächlich durch den Stich einer infizierten Zecke. Die Dauer vom Zeckenstich bis zum Ausbrechen der Erkrankung (Inkubationszeit) schwankt zwischen wenigen Tagen und einem Monat. Lähmungen der Arme, der Beine oder der Gesichtsnerven können bei schweren Krankheitsverläufen auftreten und zu bleibenden Schäden führen. Im schlimmsten Fall kann die Erkrankung tödlich enden (bei 0,5–2 Prozent der Betroffenen).

Eine spezifische Behandlung existiert nicht. Antibiotika wirken nicht, da es sich um virale Erreger handelt. Das Ziel einer Behandlung ist daher die Symptomlinderung. Die FSME-Impfung ist die einzige zuverlässige praktikable Methode, das Risiko in den Endemiegebieten vorsorglich zu minimieren. 

Zecken beißen nicht – sie stechen

Entgegen der verbreiteten Annahme, dass Zecken beißen, stimmt das nicht – sie stechen. Mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen reißen Zecken die Haut des Wirts (Mensch, Tier) auf und graben mit ihrem "Stechrüssel" eine Grube in das Gewebe, die mit Blut vollläuft. Das Blut saugen sie immer wieder ab. Bereits während des Stechens sondern Zecken mit ihrem Speichel ein spezielles Mittel ab, das die Einstichstelle betäubt. Deshalb spürt man Zeckenstiche nicht. Nach nur einer Mahlzeit kann eine Zecke bis zu zwei Jahre ohne weitere Nahrung überleben.

Was passiert nach einem Stich?

Die Übertragung von FSME passiert bereits innerhalb weniger Minuten nach dem Zeckenstich. Die FSME-Viren befinden sich in der Speicheldrüse der Zecke.

1. Phase der FSME: Grippeartige Symptome mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen (ca. 70 Prozent der Fälle).

Übergangsphase: Scheinbare Besserung: Symptomfreie Zeit für wenige Tage.

2. Phase der FSME: Das Virus kann bei einem schweren Verlauf der FSME in das Zentrale Nervensystem gelangen und hier zu Hirnhaut-, Gehirn- und sogar Rückenmarksentzündungen führen (10–30 Prozent der Fälle).

Mögliche Spätfolgen der 2. Phase: Fieber, Schwindel und Gleichgewichtsprobleme, Lähmungen der Extremitäten, Atemprobleme, Schluck- und Sprachstörungen. Im schlimmsten Fall: Tod.

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Was tun, wenn man gestochen wurde?

Wichtig ist: Wer gestochen wurde, sollte – egal welche Zeckenart es war – diese so schnell wie möglich entfernen und auf potenzielle Krankheitszeichen achten. Wer nicht gegen FSME geimpft war, sollte so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen und die Impfung nach Rücksprache nachholen.

Die Zeckensaison beginnt! FSME-Impfung nicht vergessen

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