Zeichen für 2. Corona-Welle? Reproduktionszahl über 1

Corona-Virus: Die Reproduktionszahl liegt erstmals seit Anfang April wieder über 1.
Corona-Virus: Die Reproduktionszahl liegt erstmals seit Anfang April wieder über 1.picturedesk
Tagelang hatte es Österreich geschafft, die Corona-Reproduktionszahl unter den Wert 1 zu drücken. Doch am Montagabend meldet die AGES: Seit dem 4. April ist die Zahl erstmals wieder über 1.

Die Reproduktionszahl gibt an, ob Infektionen im Ab- oder Zunehmen sind. Eine Zahl unter 1, wie sie in Österreich seit über einem Monat verzeichnet wurde, signalisiert dabei ein Abnehmen der Neuansteckungen. Am Montagabend jedoch meldete die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) eine Reproduktionszahl von 1,07 und damit ein Signal für steigende Neuinfektionen mit dem Coronavirus.

Eine Rolle könnte laut den Experten das Infektionscluster in den Postverteilerzentren in Wien und Niederösterreich spielen. Ist das ein Zeichen, dass uns schon jetzt eine zweite Coronawelle bevorsteht? Das muss abgewartet werden. "Ausreißer" in der Reproduktionszahl sagen nicht automatisch eine weitere Steigerung voraus, dann dazu müsse man die epidemiologischen Kurve im Auge bahelten, so die Experten.

1.026 aktiv Erkrankte

Österreich gehe einen guten Weg durch die Krise – dabei müsse auch weiterhin auf breiter Ebene gut zusammengearbeitet werden, sagte Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) am Montag noch vor Bekanntwerden der gestiegenen Reproduktionszahl. Die Gesamtzahl der aktiv Erkrankten sei mittlerweile auf 1.026 gesunken, nur mehr 196 Corona-Erkrankte befänden sich in Spitälern und 45 davon auf Intensivstationen.

"Um den erfolgreichen Weg trotz kontrollierter Öffnungsschritte fortsetzen zu können, müssen wir jeden neu auftauchenden Cluster rasant und konsequent eindämmen. Gerade auch der aktuelle Wien-Niederösterreich-Cluster braucht unsere volle Kraft und Konzentration, anstatt Streitereien", so Anschober. Der Gesundheitsminister hat in einer Arbeitssitzung mit Wien und Niederösterreich bereits die Weichen für eine Unterstützung der Wiener und Niederösterreichischen Gesundheitsbehörden durch das Gesundheitsministerium und die AGES gestellt. In den nächsten Tagen sollen dabei auch erweiterte Testprogramme verwirklicht werden. Aber auch Anschober sagt, es brauche jetzt alle Kräfte: "Viel zu rasch kann ansonsten aus einem Cluster eine zweite Welle werden."

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