"Ziemlicher Hühne!" So fasste ich flüchtenden Schlepper

Josef R. (52) ist seit 27 Jahren bei der Rathauswache. Jetzt fasste der Berufsfeuerwehrmann beim Training mit einem Freund einen flüchtenden Schlepper.
Josef R. (52) ist seit 27 Jahren bei der Rathauswache. Jetzt fasste der Berufsfeuerwehrmann beim Training mit einem Freund einen flüchtenden Schlepper.LPD Wien
Josef R. von der Wiener Rathauswache wurde jetzt in Mannswörth zum Schlepper-Schreck. "Heute" erzählt er, wie das ungewöhnliche Lauftraining lief.

Nach einer Polizeikontrolle am Dienstag um 14.30 Uhr an der Wiener Stadtgrenze brauste der Fahrer eines Kastenwagens davon. Bei der Mannswörther Straße stoppte er und flüchtete zu Fuß in einen Wald. Der ihn zu Fuß verfolgende Polizist sowie zwei Hobbysportler liefen dem Ukrainer (49) nach, holten ihn ein und nahmen ihn schließlich fest – "Heute" berichtete.

Aus Marathon-Training wurde Verbrecherjagd

Unter den beiden tatkräftigen Helfern war auch Josef R. (52). Der zweifache Vater ist seit 27 Jahren bei der Wiener Rathauswache und war mit einem befreundeten Polizisten unterwegs, als er Zeuge der Verfolgungsjagd wurde: "Ich habe einen Freund, der für den Linz-Marathon trainiert, mit dem Fahrrad begleitet", so der Wiener. Als sie in etwa 200 Meter Entfernung sahen wie ein Polizist einem Mann nachlief, setzte das sportliche Duo zum Sprint an: "Der Flüchtende ist vom Radweg in den dichten Wald abgebogen, der Polizist hinterher. Ich hab mein Rad in die Wiese geworfen und gemeinsam mit meinem Freund die Verfolgung aufgenommen. Schließlich haben wir den Mann eingeholt und zu Dritt festgehalten. Der Polizist hat ihm dann Handschellen angelegt", schildert Josef R.

"Das war ein ziemlicher Hühne!"

Klingt einfach, war es aber nicht: "Das war ein ziemlicher Hühne! Sicher über 185 Zentimeter groß, circa 115 Kilogramm schwer, recht kräftig gebaut", beschreibt der Brandmeister den mutmaßlichen Schlepper. "Er hat sich recht gewehrt, wollte sich offensichtlich nicht festnehmen lassen. Alleine hätte ich ihn sicher nicht zur Strecke gebracht. Erst, als der Verdächtige dann die Handschellen oben hatte gab er auf und war friedlich", schildert der zweifache Vater und Hobbysportler. Nach wenigen Minuten waren dann auch zwei Funkstreifen vor Ort und packten den Festgenommenen ein.

Und was haben die beiden Helden dann gemacht? "Wir haben geschaut, dass wir schnell nach Hause kommen", lacht Josef R. "Mein Freund und ich waren durch das Training und die Verfolgungsjagd ziemlich verschwitzt und das Wetter war nicht besonders freundlich", so der Brandmeister, der am Mittwoch wieder in gewohnter Manier das Wiener Rathaus bewachte.

Feuerwehr-Stadtrat Hanke bedankt für tollen Einsatz

"Ich gratuliere zu diesem heldenhaften Einsatz. Es ist eine großartige Tat für unsere Zivilgesellschaft in diesem Maße einzustehen“, bedankt sich der für die Wiener Berufsfeuerwehr zuständige Wirtschafts- und Finanz-Stadtrat Peter Hanke (SPÖ) bei den Helden.

Wachtmeister schnappt flüchtenden Einbrecher

Erst vergangenen Samstagabend bekam die Wiener Polizei laufstarke Unterstützung bei der Verbrecherjagd. Wie berichtet, hatte Wachtmeister Michael Schaffer (35), der gerade die französische Botschaft beim Schwarzenbergplatz in Wien-Landstraße bewachte, einen flüchtenden Bankomat-Knacker verfolgt und gestellt.

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