In Nordamerika grassiert seit Jahren eine tödliche Seuche unter Hirschen und Elchen: die sogenannte Zombiehirschkrankheit oder Chronic Wasting Disease (CWD). Ausgelöst wird sie durch Prionen - fehlgefaltete Proteine, die das Gehirn angreifen.
Bisher ging man davon aus, dass eine Übertragung auf Menschen sehr unwahrscheinlich sei. Doch eine neue Studie stellt diese Annahme infrage.
Wie spektrum.de berichtet, untersuchten Forscher die Übertragbarkeit der Krankheit an Makaken. Sieben Affen erhielten über das Futter oder per Hirnsonde Gewebe von erkrankten Tieren. Nach vier bis acht Jahren fanden die Wissenschaftler mit einem besonders empfindlichen Test fehlgefaltete Proteine im Gehirn aller infizierten Primaten.
Besonders beunruhigend: Selbst Jahre nach dem Kontakt waren die krankhaften Proteine noch nachweisbar. Eines der Versuchstiere zeigte sogar neurologische Symptome. Ob die Prionen dafür verantwortlich sind, muss jedoch noch untersucht werden.
Die Krankheit wurde erstmals 1981 bei freilebenden Hirschen in Colorado und Wyoming festgestellt. Inzwischen hat sie sich auf 36 US-Bundesstaaten sowie Teile Kanadas, Skandinaviens und Südkoreas ausgebreitet.
Epidemiologe Michael Osterholm warnte bereits: "CWD ist eine ernste Bedrohung für die Gesundheit von Mensch und Tier." Forscher warnten in einem Bericht vom Januar 2025 vor einer möglichen globalen Krise, sollte die Krankheit auf Menschen überspringen.
Bisher gibt es keinen dokumentierten Fall von CWD beim Menschen. Die neue Studie zeigt jedoch, dass das Gefahrenpotenzial zwar gering ist - aber nicht völlig ausgeschlossen werden kann.