An rund jeder fünften Messstation in Europa liegt die gemessene Luftverschmutzung nach wie vor über den geltenden EU-Luftqualitätsrichtlinien. Zu diesem Schluss kommt die Europäische Umweltagentur EEA in einem neuen Bericht.
Die Umweltexperten loben zwar, dass die Luftverschmutzung in den vergangenen zwei Jahrzehnten stetig gesunken sei. Doch die Belastung durch Feinstaub und gesundheitsschädliche Gase wie bodennahes Ozon sei immer noch zu hoch.
Wie spiegel.de berichtet, würden bei einigen Schadstoffen wie Cadmium bereits alle europäischen Länder die EU-Grenzwerte einhalten. Auch bei Kohlenmonoxid und Blei seien Verbesserungen zu beobachten.
Dennoch würden zahlreiche Messstationen Konzentrationen anderer Schadstoffe aufweisen, die über den Grenzwerten lägen. Bei den meisten Schadstoffen liegen die Konzentrationen weiterhin deutlich über den von der Weltgesundheitsorganisation WHO festgelegten Richtwerten.
Mehr als neun von zehn Europäer seien Luftverschmutzungskonzentrationen ausgesetzt, die diese WHO-Werte überschritten. Für den Bericht bewertete die in Kopenhagen ansässige EU-Behörde 39 Staaten - darunter alle 27 EU-Mitgliedstaaten.
Die Experten fordern weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Luftverschmutzung, insbesondere bei Feinstaub. Je höher die Schadstoff-Konzentration, desto größer sei das Risiko für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, warnen sie.