Aufgespritzte Lippen

"Zu sexualisiert" – Jung-Lehrerin verliert ihren Job

Trotz positiver Beurteilungen wurde der Vertrag einer Tiroler Lehrerin nicht verlängert. Die 40-Jährige spricht von Mobbing.
Newsdesk Heute
10.07.2026, 06:27
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Sie arbeitete als Kosmetikerin in renommierten Häusern und leitete den Spa-Bereich eines Tiroler 5-Sterne-Hotels. Im Herbst des Vorjahres wagte Melanie Stanojevic einen beruflichen Neustart: Die Innsbruckerin wurde Fachlehrerin für Kosmetik und Fußpflege an der Tiroler Fachberufsschule für Ernährung, Schönheit und Chemie.

Doch ihr Engagement endete bereits nach einem Schuljahr. Die Tiroler Bildungsdirektion verlängerte den Vertrag der 40-Jährigen nicht. Das sei für sie völlig unverständlich, erklärt Stanojevic. Sie ist überzeugt, dass ihr Äußeres und ihr Auftreten bei manchen Kollegen schlecht angekommen seien, beklagt sie jetzt gegenüber der "Kronen Zeitung".

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Ich bin Mobbing zum Opfer gefallen", sagt die zweifache Mutter. Hinter ihrem Rücken sei unter anderem über ihre aufgespritzten Lippen gesprochen worden. Diese seien "zu sexualisiert", soll es geheißen haben.

Beschwerde beim Innungsmeister

Laut Stanojevic beschwerte sich eine Kollegin sogar beim zuständigen Innungsmeister. Dabei sei behauptet worden, sie sei für den Lehrerberuf nicht geeignet. Zudem seien Screenshots von ihrem Instagram-Profil und TikTok-Videos, die gemeinsam mit Schülerinnen entstanden waren, an Entscheidungsträger geschickt worden.

Für zusätzlichen Wirbel sorgte ein Foto, das Stanojevic mit einer Waffe auf einem Schießstand zeigte. Danach wurde sie wegen des Verdachts auf unbefugtes Führen einer Schusswaffe angezeigt. "Das Verfahren wurde eingestellt", betont die Lehrerin. Eine Kollegin soll sich durch das Foto dennoch bedroht gefühlt und sogar Personenschutz gefordert haben.

Direktor lobte ihre Arbeit

Die Bildungsdirektion schickte schließlich einen Schulinspektor in den Unterricht der 40-Jährigen. Sowohl dessen Beurteilung als auch die Stellungnahme des Direktors seien positiv ausgefallen.

Auch bei ihren Schülerinnen war Stanojevic offenbar beliebt. In mehreren Briefen lobten diese ihre menschliche Art, ihre fachliche Kompetenz und ihre modernen Unterrichtsmethoden. Unterstützung erhielt sie zudem von Betrieben und einer früheren Lehrerin, die im Unterricht als Modell mitgewirkt hatte.

Trotz dieser Rückmeldungen wurde der Vertrag nicht verlängert. Am Freitag hat Stanojevic ihren letzten Arbeitstag an der Schule. Inzwischen wandte sie sich mit ihrem Fall an den Bildungsminister. Christoph Wiederkehrs Antwort steht noch aus.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 10.07.2026, 06:37, 10.07.2026, 06:27
Mehr zum Thema
Jetzt E-Paper lesen